Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 4 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
- Tunis 1× ep/1048155
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32 und zeigte, wie die Stelle geistlich in Erfüllung gehe, indem die rohe Menschennatur durch den Glauben an den Messias gezähmt werde. Der türkische Soldat war besonders aufmerksam. Er wohnte dem Gottesdienst später noch mehrmals bei und brachte dann jedesmal den einen oder andern seiner Bekannten mit. — In Beirut starb Dr. vandyk, der Übersetzer der Bibel ins Arabische. Mit kurzer Unterbrechung weilte er seit in Syrien. Seine Kenntnis der Landessprache erregte die Bewunderung der Eingeborenen. — Die *890 eröffnete Missionsschule in Ispaban hatte wieder unter Verfolgung zu leiden und mußte geschloffen werden. Lin Zögling der Anstalt ist der in Ispahan wirkende Missionsgehilfe Joseph Hakim. Der Bibelladen, der zugleich als Lesezimmer dient, konnte bisher offen gehalten werden. — In Tr ich ur an der Malabarküste (Südindien) hat sich ein Pred. Bishop der L. I.-M. gegenüber bereit erklärt, unter den Juden in und bei Lochin zu missionieren. Weiße Juden giebt es in Lochin (ungefähr jooo), schwarze hier, sowie in Lrnakolam, parur, Lhendamangalam und Mala. Alle sprechen Malajalim. Bishop war schon früher unter ihnen thätig. — Bei einem Besuch, den der Missionsarbeiter Mercadier aus Tunis den Juden der 5000 Einwohner zählenden Stadt Kef abstattete, fand sich Gelegenheit, auch in der innern Mission zu arbeiten. Die Europäer nahmen M. freundlich auf. Die Offiziere der Garnison luden ihn in ihre Messe ein. Liner derselben, ein Protestant, bezeugte ihm seine glaubensbrüderliche Gesinnung u. a. dadurch, daß er ihm jo Franks für die Armen einhändigte. Mit Erlaubnis der Offiziere sprach M. mit vielen Soldaten. Diese, unter denen sich mancher verlorene Sohn befand, waren ganz gerührt darüber, daß sich ein Fremder um sie bekümmerte. „Das ist so selten der Fall," sagten sie. Aus der jüdischen Presse. j. Es giebt in ganz Böhmen kaum das eine oder das andere jüdische Mädchen, das nur eine Ahnung hat, was eine echte jüdische Wirtschaft heißt, was Judentum, was Religion und Frömmigkeit ist. . Nicht Lin Mädchen besitzt ein Gebetbuch, hat je ein Bedürfnis zu beten oder ins Gotteshaus zu gehen. . wären wir Juden nicht eine führerlose Herde, ein kopfloser Körper, dann hätte längst der Zustand der Juden auf dem Lande und in den Dörfern von ihrer moralischen und religiösen Seite Gegenstand der Beobachtung und Fürsorge sein müssen; doch wir begnügen uns mit dem volkssprichworte: „Die Geratenen sind die Besten!" (Iüd. Lhronik ^895, S. 75 ) 2. Das Judentum, wie es heute ist, und auch die wiener Juden haben nicht am wenigsten zur Schilderhebung Luegers beigetraaen. . Blicken wir hin auf das so sanft schlummernde Judentum! Selbst das rohe Geschimpfe seiner Gegner erweckt es nicht. Die Synagogen stehen leer. Unser Gottesdienst ist unserm jüngeren Geschlechts öde geworden: es kommt sich im Tempel des HErrn wie in der Fremde vor. Unser Religionsunterricht ermangelt des Planes, was soll da gelehrt werden? wie soll es gelehrt werden? . . wache auf! Warum schläfst Du? (Allg. Ztg. d. I. *895, Nr. §8.) 3. Es giebt kein Kind in einem bessern jüd. Hause, das nicht schwärmerisch vom Weihnachtsbaum spräche, das nicht unter Thränen die Mutter bitten wollte, ihm auch das schöne Fest zu geben. . wir stehen der Thatsache gegenüber, daß das weihnachtsfest das Gemüt des jüd. Kindes bezaubert, und daß es in zahllosen jüd. Däusern feierlichst begangen wird. . Das beste Mittel, dem Einfluß der christl. Feste auf das kindliche Gemüt seine gefährliche Spitze abzubrechen, ist: Schaffet Bilder- und Märchenbücher auch religiösen Inhalts! (Lbend. Nr. 5j.) In einer Sitzung der „wiff. Verein. jüd. Schulmänner zu Berlin", stellte Hr. Klein fest (!), daß die Religion ein natürliches Erzeugnis des menschlifchen Seelenlebens ist. Bei jedem ist eine Aufnahmefähigkeit für Religion vorhanden. Sind bei einem Volk die Bedingungen für die Aufnahmefähigkeit besonders günstig, so wird sich dasselbe bald einer geoffenbarten Religion erfreuen dürfen. . wie der Glaube an die Existenz Gottes eine Folge unseres Denkens ist, so ist die Bestimmung unseres Verhältnisses zu ihm wesentlich dem Gefühle entsprossen. . (Lbend.) Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \5. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von ). windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.