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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 2 (1896) · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
2 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Monatsblait für Israeliten und Freunde Israels. Nr. 2. — 52. Jahrgang. — 1896. Inhalt: Gott im Fleisch. — Aus Überzeugung. — Ln jüdischer Aeiigionslchrer. — Lrift Acuter.^— Sollen die Juden 271 iffion treiben? — Die pfalmen in der 2<irche. — Zu Pfciim 102, 8 u. i>5. — £)U Malth 26, 59. — Aue Warnung für Uibelkritiker. — Jüdische Lhronik. — Auf mehrere Anfragen. Gott im Fleisch. Du, den wir suchen auf so finstern wegen, Mit forschenden Gedanken nicht erfassen, Du hast Dein heilig Dunkel einst verlassen Und tratest sichtbar Deinem Volk entgegen, welch süßes Beil, Dein Bild sich einzuprägen, Die Worte Deines Mundes aufzufassen! CD selig, die an Deinem Mahle saßen! CD selig, die an Deiner Brust gelegen! Drum war es auch kein seltsames Gelüste, wenn Pilger ohne Zahl vom Lande stießen, wenn L)eere kämpften an der fernsten Rüste: Nur um an Deinem Grabe noch zu beten Und um in frommer Inbrunst noch zu küssen Die heil'ge Lrde, die Dein Fuß betreten. (Ludwig Uhland.) „Aus ti b t x j e it g u n g". Ein israelitischer Empfänger dieses Blattes schreibt,, uns, er lese in demselben mit besonderem Interesse die Fälle der „aus Überzeugung" übergetretenen Juden. „Das ist ein Punkt", fügt er hinzu, „der mir absolut unbegreiflich ist." Er hält es für unmöglich, daß ein denkender Mensch in diesen traurigen Zeiten, wo der Rassenhaß obenan stehe, aus ehrlicher Überzeugung einer Religionsgemeinschaft beitreten könne, deren Mitglieder mit ihrer Handlungsweise der von ihrem Stifter aufgestellten Forderung der Nächstenliebe vielfach hohnsprechen. Er erzählt dann ein trauriges Beispiel von dem Verhalten eines „christlichen Nichtchristen." Dieser Iudenhasser wetterte in einer Wirtsstube gegen „das Gesindel" und erklärte, daß es sanlt der Wurzel ausgerottet werden müsse. Andere Israeliten gehen noch weiter als der Briefschreiber. Sie behaupten, auch da, wo ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Ehristen und Israeliten bestehe, könne ein Übertritt zur Airche nur aus äußerlichen Beweggründen erfolgen. Es ist zuzugeben, daß manche Glieder der Synagoge, welche um die Taufe bitten, sich von weltlichen Rücksichten leiten lassen, wie der verlorene Sohn £uf. ^5 durch den Hunger zu seinem Vater zurückgeführt wurde. Ein Mensch vermag in die geheimen Gedanken eines andern nie ganz einzudringen. Die verborgenen Dinge, lehrt das 5. Buch Mose (29, 29), gehören dem Ewigen, unserm Gott, an.

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