Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 1 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 immer die Oberhand! Seine Gewässer fließen bald wieder aus allen ihren Abteilungen und verschiedenen Armen zusammen, und sein Lauf geht unausgesetzt zum Ozean hin, in den er sich verlieren will. Denn eine Seele, die nur einigermaßen thalsächlich die göttliche Einwirkung bis auf den Grund erfahren hat, weiß sicher und gewiß, daß sie ihr Element nur in Gott und im gänzlichen Hingeben an seine Wirkung finden kann. (G. Tersteegen.) 4. Ich bin jung gewesen und ich bin alt geworden und lege das Zeugnis ab, daß ich nie in einem Menschen gründliche, durchgreifende, ausdauernde Sittlichkeit gefunden habe, als bei Gottesfürchtigen — nicht nach der heutigen, sondern nach der alten kindlichen weise —; nur bei ihnen fand ich Freudigkeit am Leben, eine herzhafte siegende Heiterkeit von so ausgezeichneter Art, daß >sie mit keiner anderen zu vergleichen, und keine Furcht vor dem Tode. (I. £?. Jakobi.) Spiet und Hrnst. An der Schlacht von Solferino nahm ein Zuavenoberft teil, welcher ein großer Liebhaber von Schmetterlingen war. Als er nun während des Marsches einen seltenen, in seiner Sammlung noch nicht vorhandenen Schmetterling erblickte, verließ er seinen Platz an der Spitze des Regiments, um das Insekt zu fangen. Sein Wunsch ging auch in Erfüllung. „Ich Hab' ihn!" rief er fröhlich seinen Kameraden zu. Aber in demselben Augenblick streckte ihn eine feindliche Kugel zu Boden. — viele Menschen gleichen diesem leidenschaftlichen Schmetterlingsjäger. Das Leben stellt an uns die ernstesten Forderungen, und der Tod läßt uns seine Bitterkeit empfinden. Dennoch vertreiben sich Tausende die Zeit mit nichtigen Dingen und opfern ihre Kräfte einer Liebhaberei. Auch unter den Christen, die für den Glauben des Evangeliums kämpfen sollten (Phil. \,2?: 4,3), Haschen viele nach Schmetterlingen, statt in edlem Wetteifer darnach zu trachten, als Vorkämpfer einander den Rang abzulaufen. Man hüte sich vor solchem Spiel! Sonst könnte plötzlich der Tod dazwischen treten und die Frage für uns Bedeutung erlangen: „wes wird es sein, das Du bereitest hast?" War Alexander der Kroße in Jerusalem? Die Nachrichten des Iosephus (Ant. XI, 8), des Talmuds, der Kirchenväter und anderer alter Schriftwerke über Alexanders Einzug in die heil. Stadt werden von Droysen in seiner Geschichte des Hellenismus (2. Aufi.), sowie von anderen christlichen und jüdischen Gelehrten als in der Hauptsache zuverlässige betrachtet. Dagegen bestreiten ihre Glaubwürdigkeit nach dem Vorgang von St. Lroix (Paris *775) und Ewald z. B. Niese in seiner Geschichte der griechischen und makedonischen Staaten und Willrich in dem 1(895 erschienenen Buch „Juden und Griechen vor der makkabäischen Erhebung." Man findet es namentlich befreindlich, daß andere Onellen der Geschichte Alexanders von seinem Aufenthalt in Jerusalem nichts erwähnen. Ferner soll die Angabe Arrians, Alexander sei in 7 Tagen von Gaza nach Pelusion gezogen, jenen Aufenthalt unmöglich inachen. Der betr. Abschnitt des Iosephus wird als ein Auszug aus einem apokryphen Buch angesehen. Nach Willrich wimmelt der Bericht von den gräulichsten geschichtlichen Schnitzern und stand Markus Agrippa, der Gast Herodes I. im Jahre \5 n. Ehr. (Iosephus, Ant. XVI, 2, 1-^, und Philo, Leg. ad Gaj. 37), für Alexander Modell, woraus sich auch das Vorkommen des im Norden von Jerusalem liegenden Ortes Saphein erklären soll. Als die Entstehungszeit der Schrift, aus welcher Iosephus seine Erzählung schöpfte, gilt dem genannten Gelehrten die Zeit nach den Samariterunruhen des Jahres 52 nach Ehr. Auch dieser geschichtliche Vorgang soll die Ausbildung der Alexanderlegende beeinflußt haben. Willrich meint, Iosephus habe seine Onelle, die jünger war als er selbst, bei der Abfassung der Vorrede zum Bellum Jud. noch nicht gekannt. — wir müssen manche Bedenken der Kritiker als berechtigte anerkennen. Indessen können wir uns nicht davon überzeugen, daß der Bericht des Iosephus hier ein völlig unglaubwürdiger ist. Die Thatsächlichkeit von Alexanders Zug nach Jerusalem, dessen wahrscheinliche keit von vornherein feststeht, wird wohl noch manchen Verteidiger finden. Um baldige Einsendung dH ^altegetnihr für 1896 wird freundlichster sucht. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 60 Pf. Druck von Z. windolff, Berlin ö.W., Lharlottensteaße 88.