Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 11 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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88 und Geschichte für die Gegenwart und der Kampf gegen die materialistische Weltanschauung . . Es ist mindestens ebenso wichtig, daß ein Seelsorger seinen Zuhörern ins Gewissen rede, sie ermahne, in Handel und Wandel so rechtschaffen wie möglich zu sein . . (Allg. Ztg. d. I. *895, No. jo.) 2. Nicht die Orthodoxie hat gesiegt, und nicht die Reform ist unterlegen, sondern gesiegt hat der Indifferentismus, der Abfall, und unterlegen ist die lebhafte Teilnahme am jüdischen Leben, das heiße Sehnen, den verdorrten Gebeinen neues Leben einzuhauchen. (Lbend. No. \2.) 3. Die zehn Worte haben mit ihrem Gotteswehen der sterbenden heidnischen Welt einen neuen Odem eingebaucht. (Lbend. No. 2\. Gegen Gal. 3, 2(ff.) Nur weil der richtige Gedanke gewöhnlich (!) zum richtigen Thun anleitet, wird vom Judentum auf die Erkenntnis soviel Gewicht gelegt. (Lbend. Gegen Röm. 7, wff.) 5. wir bezeugen die Berechtigung unseres Daseins, indem wir klarere Erkenntnis und höhere Tugend in unserer Mitte pflegen und dadurch für die Verbreitung der Sinaitischen Lehre wirken. Das Ziel, das die Vorsehung uns gesetzt hat, ist noch nicht erreicht. (Lbend.) 6. Eine gesunde, maßvolle und prinzipielle Reform kann allein dem Judentum die Macht und das Ansehen wieder verleihen, die es vor der Welt und vor sich selbst eingebüßt hat . . Ich stimme ganz und gar mit vr. Güdemann und gegen Dr. wiener, daß der Talmud in vieler Beziehung über die Bibel sich erhebt und einen Fortschritt über den Mosaismus, namentlich in seiner Ethik, bekundet . . Das prophetische Judentum muß das Losungswort aller wahren Reform sein. Mosaismus und Rabbinismus sind zeitliche Kompromisse zwischen Ideal und Wirklichkeit. (Lbend.) 7. Die Speisegesetze haben den Juden gesellschaftlich von der Menschheit abgeschlossen, die er für seine Wahrheit hätte gewinnen sollen; sie haben ihm auch von seinem Priesterberuf einen falschen und schädlichen Begriff beigebracht, seine Religion verknöchert, seine Mission bis zur Unkenntlichkeit überkrustet, . . den tiefen Frömmigkeitssinn des jüdischen Weibes auf äußere Formen hingewandt und darin fast erstickt . . Die Sxeisegesetze waren die großartigste Disziplin des Juden . . Seitdem er sie mißachten gelernt hat, ist er der Nimmersatte Weltmensch voll Begehrlichkeit geworden, und schrankenlose Genußsucht hat sein Gemüt abgestumpft. (Lbend. No. 23.) 8. Das Echtmenschliche dünkt uns ein göttliches zu sein, weil die Propheten in der doppelten Glorie der Erkenntnis und der Gerechtigkeit strahlen, weil sie heil und gesund an ihrer Seele waren, darum nennen wir sie heilig und von göttlichem Geiste beseelt. (Lbend. No. 32. Gegen Sam. 40, 6; Ier. 7,25; Petri 1, u. a. St.) ZLücheröerichL. Loeiety's House, 16, Line. Inn F., London: The 78^- Eeport. 150p. 2 s. — A. Deicherl (G. Böhme), Leipzig: W. Becker, Eegnla fidei. \2 Vorträge über das älteste Glaubensbekenntnis der Lhristenheit. IV und S. Mark j, 80. — Fr. vieweg und S., Braunschweig: A. Baginsky, Die hygienischen Grundzüge der mosaischen Gesetzgebung. 27 S. Mark 0,50. — h. Itzkowski, Berlin: M. Großberg, nt&'jft n&OD KritischeUntersuchungen über die Neumonds-Verkündigung u. s. w. 72 S. (hebr.). — Akademische Buchhandlung, Leipzig: j) G. Dalman, Die Allg. Konferenz für Iudenmission in Leipzig. *30 5. 2 Mark. 2) I Lemm, Märtyrertod des Muhammedaners St. Askjar. 2. Aufl. (Gott will es! No. 2.) 192 S. \ Mark. _ Empfangsbescheinigung. hr. L.-G. 0, 80. hr. M.-St. 5. pfr. V.-I. 6, 08. Sux. D.-I. 6, 50. hr. Rub. -L. (O. Verein der Freunde Israels in Lübeck 56. herzlichen Dank! Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von I. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.