Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1895-01-01 · 10 (1895) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
10 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2554541-2555061-2555071--09518-2565683
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

80 und der ihre Frage: ,,Bist Du glücklich?" fröhlich bejahte. Als die königlichen Diener ihn aber aufforderten, für den König fein Hemd herzugeben, antwortete der Glückliche: ,,Lin Hemd habe ich nicht." Sein Glück war also schon aus diesem Grunde nicht übertragbar. Glücklich machen im vollen Sinne kann uns überhaupt kein Mensch. Der Weg zum wahren Glück, zur Gesundheit des Geistes, ist der Glaube an den Gesalbten Gottes, das Anziehen Jesu Christi. Durch Macht zum Licht. In der Schweiz giebt es einen Tunnel, an dessen Ausgang die folgende Inschrift angebracht ist: „Du wandelst durch den Felsenschacht, Die Felsennacht. Du trittst hervor, und um dich tagt's Und lacht's. So, liebe Seele, wird dir sein, wenn einst das müde Haupt du senkst Und statt der lebenslangen Pein Durchs Grabesthor die Schritte lenkst. So wird dir sein, befreites Herz, wenn du dich los vom Staube ringst, Tos aus der Nacht und himmelwärts Die freigeword'nen Flügel schwingst." Augustinus über das MM Israel. Damit erkannt werde, daß auch die irdischen Güter von dem Linen Gott und nicht von den vielen falschen Göttern abhängen, welche die Römer verehren zu müssen glaubten, hat Er Sein auserwähltes Volk in Egypten vermehrt und durch Wunderzeichen befreit. Ohne Anrufung der Lucina, Rumina, Lunina, Lduca, potina und des Priapus ist die zahlreiche Jugend herangewachsen. Ohne Anrufung des Neptun hat sich das Meer beim Durchgang der Israeliten geteilt und die Feinde in seinen Tiefen begraben. Ohne Verehrung einer Göttin Mannia haben sie das Manna vom Himmel empfangen. Ohne Anbetung des Mars und der Bellona haben sie Kriege geführt und den Sieg errungen. Ohne Segetia haben sie die Saaten, ohne Bubona Rinder, ohne Mellona Honig, ohne Pomona Obst, überhaupt alles von dem Linen wahren Gott empfangen, was die Römer von der großen Schar der falschen Götter erflehen zu müssen glaubten, wenn sie nicht gesündigt hätten durch den Abfall zum Götzendienst und durch die Kreuzigung Christi: ihr Reich würde noch bestehen. Aber auch darin, daß sie jetzt über die ganze Erde zerstreut sind, zeigt sich die Vorsehung des Linen wahren Gottes. Denn dadurch werden zugleich ihre Schriften verbreitet, aus denen nachgewiesen werden kann, wielange die Zerstörung der Bilder und Tempel der falschen Götter vorhergesagt worden ist. wenn dies in unfern Büchern gelesen würde, könnte man meinen, es sei unsere Erdichtung. Das wird jetzt verhindert. _ (Civitas Dei IV, 84.) Die Wostesche tzrziehnngsanstatt in Wilmersdorf. Im Jahre ^892 berichteten die ,,D. L." von dem Sutterschen Hospiz für Erholungsbedürftige aller Religionsgemeinschaften, wie jenes Heim in Johannisbad, so thut auch die oben genannte, im April d. I. eingeweihte Anstalt ihre Thore weit auf. Beide Stifter, der Protestant Sutter und der Israelit Moffe, geben also einen wichtigen praktischen Beitrag zur Lösung der Iudenfrage. Beiden wünschen wir von Kerzen Gottes Segen. Ls ist ein Genuß, das zwischen der Berliner Ringbahn und Schmargendorf liegende, schloßartige Gebäude zu besuchen, in welchen: 90 arme Kinder tm Alter voll 6 bis zu \6 Jahren Aufnahme gefunden haben. Der eine von den beiden Flügeln wird von den Knaben, der andere von den Mädchen bewohnt. Im Kuppelbau befindet sich der mit einem Glasgemälde von B. Plockhorst geschmückte Speisesaal, von den evangelischen, 40 jüdischen und 6 katholischen Zöglingen besuchen die älteren höhere Lehranstalten in der Nähe, während die jüngeren im Hause selber in 3 Klassen unterrichtet werden. Der Direktor, Di'. Heinitz, ist Israelit. An der Spitze der 6 Lehrkräfte (3 Lehrer und 3 Lehrerinnen) steht ein evangelischer Theologe. Herausgeber: Prediger W. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße j3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von I. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.