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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 8 (1895) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
8 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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6H stand. Sie hatte sich, wie er schreibt, als eine verlorene Sünderin erkannt, war aber durch Gottes Gnade zu dem Glauben gelangt, daß in Jesu der den Vätern verheißene Messias erschienen ist, durch den die Sünder selig werden. Sehnsüchtig harrte sie der Stunde, in der sie Iesum als Israels und ihren eigenen Messias bekennen könnte, verschiedene Hindernisse stellten sich ihr in den weg, aber der HLrr räumte dieselben endlich hinweg. In einer für diesen Zweck anberaumten Kirchenratsversammlung legte sie ein klares und entschiedenes Zeugnis ihrer Lhristenhoffnung ab. Aufgrund der angestellten Prüfung wurde sie zum Empfang des Sakraments zugelassen. An ihrem Tauftage erschien die Gemeinde in großer Anzahl. Nach einer predigt über Ioh. bejahte das junge Mädchen die verpflichtungsfrage mit Heller Stimme, während hierauf die beiden ersten Verse von ps. gesungen wurden, kniete die Tochter Abrahams inmitten der großen Versammlung nieder, und das gnadenreiche Wasser des neuen Bundes benetzte ihre Stirne. — Miss. Silberbusch in London betrat eines Morgens den Laden eines Israeliten. Der Eigentümer stand im Hinterraum, hatte seine Gebetsriemen angelegt und betete. Auf seinen Wunsch warteten der Missionar und 3 gleichzeitig eingetretene Kunden, bis er fertig war. Als der Jude endlich hervorkam, entschuldigte er sich, daß er seine Besucher hatte warten lassen. S. erwiderte, er habe sich gefreut, ihn beim Gebet anzutreffen, welches heutzutage von so vielen vernachlässigt werde. Da sagte der Kaufmann: „Ich versäume meine Gebete nie, besonders da mich das Beten nichts kostet." S. erklärte, hierin anderer Meinung zu sein. „Ein Gebet, welches nichts kostet, ist auch nichts wert. Um wirksam und Gott wohlgefällig zu sein, muß das Gebet von Zerknirschung und Selbsterniedrigung begleitet werden. Da hat also die selbstsüchtige und stolze Menschennatur einen hohen Preis zu zahlen. So beteten die größten Männer in Israel: David, Salomo, Hiskia, Daniel." „Ja", rief der Kaufmann, „wenn alle Juden so beten wollten, würde bald der Messias kommen." Der Missionar antwortete: „Wenn sie so beten, werden ihre Augen geöffnet werden, daß sie ihren Messias sehen und begrüßen, den sie jetzt in blindem Stolz und Trotz nicht anerkennen wollen." — In Jerusalem wurde am 6. März der Grundstein zum Neubau des englischen Missionskrankenhauses gelegt. Im dortigen Syrischen Waisenhaus befanden sich Ende 5\\ Kinder. Direktor Schneller sagt in seinem letzten Jahresbericht nach der Aufzählung der für die Anstalt angeschafften Nahrungsmittel, Gott habe seine Kinder in Palästina nicht auf schmale Kost gesetzt, und Milch und Honig fließe hier heute noch, „wenn der Fluch weg wäre, ließe sich in wenigen Jahren der alte Reichtum wieder erreichen." — In Liberias, wo die Schotten vor einem halben Jahre einen Buchladen eröffneten, fand am jo. Februar die Taufe eines Israeliten statt, welcher bereits *893 als Gärtner einer bei Safed liegenden jüdischen Kolonie bei Nacht sich von einem Christen hatte unterweisen lassen und durch die gegen ihn ausgebrochene Verfolgung in seiner Hinneigung zum neuen Bunde bestärkt worden war. — Der 80jährige Oberrabbiner von Damaskus, der Freund der Mission, wurde abgesetzt. Sein aus Konstantinopel berufener Nachfolger verbot den Gliedern der jüdischen Gemeinde, ihre Kinder in die Missionsschule zu schicken. In einer Unterredung mit dem anglikanischen Bischof Blyth antwortete der alte Mann auf die Bemerkung des letzteren, daß das Volk Israel noch eine große Zukunft vor sich habe: „Ja, und diese Zukunft wird durch Ihr Volk und Ihre Missionare herbeigeführt werden." Er wünscht seine letzten Tage in seiner Geburtsstadt Jerusalem zuzubringen. Möge ihm der Verlust des nahezu 30 Jahre lang verwalteten Amtes zu einem geistigen Gewinn werden! Möge der HLrr das in ihm angefangene gute Werk vollenden! — In Hamadan, dem alten Lkbatana, wo 3500 Juden unter 30 000 Einwohnern leben, giebt es jetzt neben der protestantischen Gemeinde, welche seit ^895 einen eingeborenen Pfarrer, sowie eine neue Kirche besitzt, eine selbständige judenchripliche Gemeinde. Unter der jüdischen Bevölkerung missioniert ein Mitglied dieser Gemeinde, Ezechiel Haim. Hamadan gilt den persischen Juden als eine heilge Stadt, weil hier Esther und Mordechai begraben sind. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von I. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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