Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 8 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. LE 51. Jahrgang. — 1885. Inhalt; Linen kenne ich. — Die Geheimlehren der Israeliten. — Arbeitslust. — Zu Sacharin 14, 7. — Zu 2. Tim. 2, 24—26. — Zum Nachdenken. — Kleine Missionszeitung. Emen Linen kenne ich: Wir lieben ihn nicht. Linen nenne ich: Der Kronen zerbricht. Weh'! Sein Fuß steht im Staub, Sein Bauxt in Mitternacht, vor ihm wehet das Laub Zur dunkeln Lrde nieder. Ohne Erbarmen In den Armen Trägt er die kindische, taumelnde Welt. Tod: so heißt er. Und die Geister Beben vor dir, du eiserner Held. Kenne ich. Linen kenne ich: wer liebt ihn genug? Linen nenne ich: Der die Dornenkrone trug. Heil! Sein Fuß steht im Licht, Sein Haupt in der Glorie, wo er gehet, zerbricht Des Todes eiserner Riegel, voll Erbarmen In den Armen Trägt er die sterbliche, liebende Welt. Jesus heißt er. Und die Geister Beten dich an, du ewiger Held. (Klemens von Brentano.) Vre Geheimlehren der Israeliten. Bei Ausgrabungen in Gleusis wurde jüngst eine bemalte Tafel gefunden, welche eine Feier der Eleusinischen Mysterien darstellt. Dies Fest siel jedes Jahr in den herbst und bestand in einer eigentümlichen Verehrung der Göttin Demeter. Männer wie Sophokles und plutarch hatten von den Gleusinien eine hohe Meinung. Tiefsinnige Gedanken wurden hier dramatisch zum Ausdruck gebracht. wie das Volk von Attika, so zeigt auch Israel innerhalb der großen Religionsgemeinschaft eine kleine, welche Geheimnisse bewacht. Indessen erhebt nicht nur der enge, allmählich entstandene und mannigfach umgewandelte, sondern ebenso der ursprüngliche weite Areis den Anspruch, Geheimlehren zu besitzen. Der Unterschied ist der, daß es sich hier um enthüllte, dort um verhüllte Geheimnisse handelt, wie konnte Moses Mendelssohn bei diesem offenkundigen, jetzt näher darzulegenden Thatbestand das Urteil fällen: „Das Judentum kennt kein Geheimnis, hat selbst kein Geheimnis?" f. Blicken wir auf die Gesamtheit, so tönt uns aus dem Buch Hiob (29, 2 ff.) die rührende Rlage entgegen: „£>, daß ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete, da