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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 5 (1895) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
5 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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40 Jüdische Kl)roitt1r. Am 6. März lehnte der deutsche Reichstag mit 1(57 gegen 61 Stimmen den Antrag ab, ausländischen Juden die Einwanderung nach Deutschland zu untersagen. — Die Reformgemeinde in Berlin feierte am 2. April ihr 50jähriges Bestehen. — Zu einem der zahlreichen jüdischen wohlthätigkeitsvereine Berlins gehören außer J058 lebenden verstorbene Mitglieder. Manche Juden pflegen nämlich für dahingeschiedene Angehörige durch Zahlung der vorgeschriebenen Summen (450 Mk.) die immerwährende Mitgliedschaft zu erwerben. — Der Berliner Stadtverordnetenvorsteher Langerhans bezeugte aus seiner Erfahrung, daß kaum Ein wohlhabender Jude sterbe, ohne an seine Mitbürger, die jüdischen und die christlichen, zu denken. Eine großartige Freigebigkeit bekundet das Testament des kürzlich in Breslau gestorbenen Kaufmanns Louis Wolf Egers. — Die isr. Gemeinde Danzig überreichte ihrem nach München berufenen Rabbiner, Dr. Werner, beim Abschiedsfest die Urkunde einer ihm zu Ehren errichteten Stiftung, deren Zinsen alljährlich an den Todestagen seiner Eltern an Arme verteilt werden sollen. — Das in Nr. \ erwähnte, in Hannover gefällte landgerichtliche Urteil wurde vom Reichsgericht in Leipzig verworfen. Dieses sprach den Angeklagten kostenlos frei, da seine Äußerungen nur auf die Rasse, nicht auf die Religion der Juden zu beziehen seien. — vom \8. bis zum 2\. März tagte in Karlsruhe die erste isr. Landessynode für Baden. Einen der Beratungsgegenstände bildete die Besetzung der Rabbinerstellen. — Professor Kollmann in Basel schreibt: „Einfachheit in Speise und Trank sind die ersten Bedingungen für die Erhaltung der Gesundheit und eines langen Lebens. Das Durchschnittsalter. .. ließe sich zweifellos beträchtlich steigern, wenn die Nüchternheit bei der christlichen Bevölkerung auf derselben Höhe sich befände wie z. B. bei den Juden." — Das wiener Schwurgericht verurteilte den Galizier Schapira, das Oberhaupt einer Betrügerbande in London, zu 6 Jahren schweren Kerkers. Ebensoviel erhielt sein gewandtester Schlepper. Zwei andere Helfer wurden, zu 4, bez. 3 Jahren verurteilt. — Bei den letzten Gemeinderatswahlen in Wien eroberten die Antisenriten (3 Mandate, so daß sie bald die Stimmenmehrheit im Gemeinderat haben. — Das ungarische Magnatenhaus lehnte am 8. Okt. den Gesetzesentwurf über die Rezeption der Juden mit ^09 gegen ^03 Stimmen ab. Auch als der Entwurf zum zweitenmal eingebracht wurde, verwarf ihn die Mehrheit. Am 23. März waren U7 gegen, m für die Annahme. — In Großwardein taufte der Kardinalbischof Schlauch den Baron Hermann Königswarter und nahm dessen ^887 zum Judentum übergetretene Gemahlin wieder in die katholische Kirche auf. — Am 8. März wurde in Lupatoria ein Seminar eingeweiht, in dem vorläufig 30 junge Leute zu Lehrern der Karäer ausgebildet werden sollen. — Bei einer Generalversammlung der Mitglieder der Großen Synagoge in London wurde beantragt, die Scheidewand im Gotteshaus/ welche die Männer von den Frauen trennt, zu beseitigen, da dann ein stärkerer Besuch der letzteren und so auch eine größere Einnahme zu erwarten stehe. Aus ästhetischen und religiösen Gründen lehnte jedoch die Mehrheit den Antrag ab. — Im Dez. *894 hielt der verband amerikanischer isr. Gemeinden in New Orleans seine y*. Versammlung ab. Lin Redner, der Advokat Levy aus Galveston, griff die radikale Reform an. Er meinte, auf jeder jüdischen Kanzel werde ein anderes Iudentmn gelehrt. Diese Verwilderung dürfe nicht länger dauern. Es sei an der Zeit, daß ein Führer erstehe und in das Lhaos Ordnung bringe. Der Vorstand der Lentralkonferenz der Rabbiner erhob gegen diese Rede Einsprache. — In Allentown, Pa., legte Dr. Magil sein Amt als Rabbiner nieder, um zum Ehristentum überzutreten. - ZLüchervericht. D. B. Wiemann, Barmen: F. w. Becker (ch (863), Der Messias. Line Betrachtung über,Ies. 49, \—6. 2. Aufl. \2 S. io Pf. — I. Mühleubruch, Bukarest: w. B., ifiri cnSl, Das lebendige Brot. (5 S. io Pf. — A. Holzhausen, Wien: I. Pick, Die bibl. Lehre vom Messias nach Weissagung und Erfüllung. 9^ S. — Akadem. Buchh., Leipzig: 1) Aus I.. Lichtensteins hebr. Kounnentar zum N. T. 22 s. Pf. 2) M2" “1EO- V 5.. 5,0 Pf. — Gebr. Lüdeking, Hainburg: j) M. Glage, wir müssen bekennen (nach Matth, jo, 32—42). (6 S. 2) H. wegener, Zur Notlage der modernen Theologen. 22 S. 50 Pf — London Jcws1 Soc.: A. Bernstein, Rcasons for t.lie crcdiDility of the N. T. 82 >S. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße (3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von 3. Mindolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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