Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 4 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Älonatsblait für Israeliien und Freunde Israels. 51. Jahrgang. — 1895. Inhalt: Zum christlichen passafeste nach I. Kor. 5, 7. — Blutende Hände. — Es ist in keinem andern Heil. — Die Ursachen von Israels Elend. — Zwei Wallfahrer. -- Zu Jes. 48, 22. — Zu Joh. 3, 19—21. — Zum Nachdenken. — Kleine Misstonszeitung. — Für eine Antwort. Zum christlichen Pastafeste nach 1. Ror. 5, 7. wir haben auch ein Osterlamm, Das für uns hingegehen Am Hochaltar — am Kreuzesstamm — Lein dreimal heilig Leben. wir haben auch ein Lammesblut, Daran vorübergehen Jehovahs Zorn, des Rächers Glut, wo sie es fließen sehen. wir haben auch ein Ofterbrot, Geheiligt ungesäuert:! Das Lebensbrot, das uns vom Tod > Errettet und erneuert. Wir haben auch ein Ostermahl: Der Wirt ist Trank und Speise. O Freudenquell im Thränenthall O Manna auf der Reisel Joh. Nhs. Vlntende Hände. Der Name der liebesstarken Frau steht nicht in der Geschichte verzeichnet, aber ihre Heldenthat flog vor 200 Jahren, zur Zeit Tromwells, des Lord-j)rotektors von England, von Mund zu Mund. Noch jung, aber von Aummer frühe gealtert, warf sie fich dem flnstern Tromwell zu Füßen, um des Gatten Leben flehend. „Ach, muß er morgen sterben, Herr? Ihr könntet Gnade üben, wenn Ihr wolltetI Nichts freilich habe ich zum Dank dafür zu geben, aber der reiche Herr droben würde die Thal freundlich anfehen, und fein Segen würde in der Stunde der Not auf Euer Haupt kommen!" „Vergebliche Morte!" rief der gewaltige Mann. „Spare fiel Dein Mann ist als Rebell mit den Mafien in der Hand gefangen worden. Morgen, zur Vesperzeit, muß er sterben. Menn der erste Ton der Abendglocke erschallt, soll Dein Gatte dem Tode und Gott ins Auge schauen. Doch magst Du kommen und ihn sterben sehen. Diese Gnade will ich Dir gewähren." Langsam erhob fich die Frau von ihren Anieen. Still weinend schritt sie hinweg, und selbst das strenge Herz eines Lromwell wurde von Mitleid bewegt. Fast reute ihn sein Nein. Aber der Gerechtigkeit mußte genügt, der Empörer mußte bestraft werden. Die gefürchtete Stunde kam. Durch die Schatten des Abends eilte eine zarte Gestalt. Sie verschwand in der alten dämmergrauen Airche, flog geräuschlos die staubige Turmlreppe hinan und stand nun dort, das brennende Auge unverwandt auf den Glockenstrang heftend. Jetzt