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Dibre Emeth · 1895-01-01 · 2 (1895) · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
51 (1895)
Issue
2 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. — 51. Jahrgang. — 1895. Inhakt: Das gelöste Rätsel. — Friedrich Peter valentiner.— Der Messias als Zemach nach Sach. 6, \2 f. — Die 3ubeu in Rußland. — Sela. — Gegen Misstonskollekten. — Aus der jüdischen presse. — Bücherbericht. Das gelöste Rätsel. Ein junger, talentvoller Mann aus Österreich hatte als Arzt eine Anstellung auf den am Ausflusse der (Lider stationierten Aanonenbooten gefunden. Zwischen diesem und mir entspann sich bei meinem ihm abgestatteten Gegenbesuch ein eingehendes Gespräch über die großen Heilswahrheiten unsrer Airche. Der reichbegabte Jüngling sprach vom Standpunkte der Philosophie seine Pläne zur Beglückung der Menschheit aus und vernahm als Antwort meinerseits, wie gar verschieden der Aufschluß der Offenbarung laute betreffs dessen, was wirklich imstande sei, eine Neugeburt des Herzens und daher auch eine Regeneration der Menschheit hervorzubringen, wie die Sündhaftigkeit aller Menschen alle noch so wohlgemeinten Pläne scheitern mache, wie diesem Grundübel aber nur durch das (Lvangelium, durch die Araft der IEfusliebe abgeholfen werden könne, die den Sünder zur Bekehrung leitet von seinem eitlen Wandel zu dem lebendigen Gott. Ich schied mit einen: Zeugnis von des Sünderheilands Liebe und dem Frieden Gottes, der in Araft der Vergebung unserer Sünden die Kerzen erfüllt. Der junge Mann hatte mit auffallendem (Lrnst mir zugehört. Mit einem herzlichen Händedruck und festen Blick in sein schönes, dunkles Auge war mein letztes Wort: „(Ls giebt Fälle im Leben, wo wir dieses Friedens so bedürftig sind!" (Ls waren kaum 8 Tage verflossen, da sendet derselbe Jüngling abends spät seinen Diener zu mir und läßt mich zu sich rufen, weil er krank sei. Ich eile zu ihm, da liegt die eben noch so blühende, kräftige Gestalt in starkem Fieber. Doch klaren Bewußtseins redet er mich mit folgenden Worten an: „helfen Sie mir! Ich fühle, ich muß sterben. Mein ganzes bisheriges System läßt mich im Stich, und es ist dunkel vor meinen Blicken. (Linmal in meinem Leben habe ich die Wahrheit vernommen. Sie haben in jener Unterredung aus Herzensüberzeugung gesprochen. Zeigen Sie mir, wenn's noch möglich ist, den Weg zum Leben!" Den (Lindruck, welchen dies Geständnis auf mich machte, zu beschreiben, will ich nicht versuchen. Ach, daß an meiner Statt ein erfahrener Seelsorger ihm zur Seite hätte sein können! Ich pries ihm bewegten Herzens das Erbarmen Gottes, die Liebe IEsu Ehristi, der am Areuz für die Allerelendesten genug

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