Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 51 (1895)
- Issue
- 1 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2555061-2555062--09437-2565593- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8 von Parga. Doch kommt die Frucht auch in der Gegend von Genua fort. Sie muß gewisse vom jüdischen Gesetz verlangte Eigenschaften aufweisen, wenn sie zu rituellen Zwecken dienen soll, namentlich den oben befindlichen Fruchtknoten besitzen, auch wohl noch ein Stück Stengel haben. — Nachdem am ^5. Oktober $93 in Wien eine israelitisch-theologische Lehranstalt eröffnet worden, war (das Rektorat versieht Dr. Adolf Schwarz), fand am September ^89^ in Sofia die Einweihung eines Rabbinerseminars statt. — Unter dem am j. November entschlafenen Kaiser Alexander III. mußten etwa 600 000 Israeliten Rußland verlassen. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung dieses Landes stieg während seiner Regierung angeblich von ^1/., auf 6 V2 Millionen. — In Genf trat beim \o. Orientalistenkongreß der Pariser Halevy gegen die heutige Bibelkritik auf. Er zweifelt fast alle ihre Ergebnisse an. Die ausschließlich literarische Methode der Bibelforschung kann nach ihm nichts wissenschaftlich faltbares liefern. Er verlangt Vergleichung der heiligen Schrift mit dem assyrisch-babylonischen Schrifttum, durch welches jene beeinflußt worden sei. Halevy wandte sich auch gegen die Leichtfertigkeit, mit welcher so oft Interpolationen vorgenommen werden, ohne daß man sich ernstlich bemüht, den überlieferten Text zu verstehen. — Auf einer Fußwanderung durchs Philisterland besuchten zwei deutsche Theologen kürzlich das alte Iabne, den ehemaligen berühmten Sitz rabbinischer Gelehrsamkeit. Der Ort, der in der Bibel auch Iabneel heißt, von den heutigen Bewohnern aber Iebna genannt wird, liegt auf einem L^ügel und ist von Feigen- und Ölbäumen, sowie von Kaktushecken umgeben I. ist jetzt nur ein größeres Fellachendorf, welches sich von andern, aus grasbedeckten Lehmhütten bestehenden Dörfern in der Ebene nicht unterscheidet. Eine mächtige, von der untergegangenen Kultur des Küstenstrichs zeugende Steinbrücke führt hier über den Nähr Rubin, einen nach dem israelitischen Patriarchen Rüben genannten Bach, welcher auch im Sommer Wasser enthält und das Ziel muhammedanischer Wallfahrten ist. Von I. eine Stunde entfernt, liegen am buchtenlosen Meer die Trümmer seiner Hafenstadt Iamnia. Die letztere war einst nicht nur bedeutender als I., sondern überflügelte zu Zeiten sogar Jaffa, wie in Iamnia, hatten sich die Philister auch in Gaza, Asdod und Askalon Häfen für den Küstenhandel angelegt. — Der Jerusalemer Verein „Moschab Sekenim" begründete vor Jahren ein Altersversorgnngshaus für Männer. Er richtete in der Anstalt eine eigene Synagoge ein. ^893 wurden zum erstenmal auch alte Frauen in Pflege genommen und in gemieteten Räumen untergebracht. Die monatlichen Ausgaben des Vereins belaufen sich auf etwa 2000 Frcs. Im August ^894. wurde eine Volksküche in Jerusalem eröffnet. An den drei ersten Tagen verkaufte man 285, 502 und 657 Speisemarken. Der Bau eines dritten jüdischen Krankenhauses steht in Aussicht. Das türkische Hospital wird von katholischen Schwestern (!) bedient. — In Meiron erschienen i. I. *894. am Feste des Simon Bar Iochai ungewöhnlich viele, etwa 40 000 jüd. Wallfahrer. Die Umgebung der Grabstätte des heiligen war mit Tausenden von Zelten bedeckt.— Das Ostjordanland stand bis *895 thatsächlich noch nicht unter türkischer Herrschaft, sondern unter Stammeshäuptlingen. Seither hat der Wall (Generalgouverneur) von Damaskus das ganze Gebiet bis zum Südende des Toten Meeres dem Sultan unterworfen und mit türkischen Soldaten und Beamten besetzt. — Der Gouverneur von Mogador wurde von dem dort wirkenden Iudenmissionar Zerbib um freundliche Behandlung der durch den gegenwärtigen Aufstand geängstigten Juden gebeten. Z. wies darauf hin, daß dieselben schwach und die Nachkommen von Propheten seien. Der Gouverneur antwortete: „Sicherlich werde ich thun, was ich kann. Aber D u mußt ihnen raten, weniger übermütig und mehr gerecht zu sein, auch mit den Arabern nicht zu disputieren." — Die Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner veranstaltete im Juli v. I. ihre fünfte Zusammenkunft in Atlantic Lity. Man beriet hauptsächlich über die Annahme eines allgemein einzuführenden Gebetbuches in englischer Sprache. — Aus Lhikago wird von zwei Rabbinern berichtet, von denen der eine seiner Gemeinde die ganze Bergpredigt als Text für eine Rede über die Lehren Jesu vorlas, der andere die Besucher seines Tempels mit den Seligpreisungen der Bergpredigt erbaute. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Misfionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahresxreis: 80 Pf. Druck von I. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.