Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 12 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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95 Zur Heschichte der ZSiöel. während seines letzten Aufenthalts in Nom entdeckte der Heidelberger Bibliothekar Dr. Zangemeister in einer aus Heidelberg stammenden, von dort mit vielen andern von Titty (*622) geraubten Handschrift der vatikanischen Bibliothek Bruchstücke einer altsächsischen Übersetzung des Aken Testaments. DieserFund entspricht einer Vermutung des Leipziger Germanisten Eduard Sievers. vgl. seine Schrift: „Der Heliand und die angelsächsische Genesis" (*875). Bekanntlich besitzen wir eine altsächsische Umschreibung des Neuen Testaments im „Heliand". Die jetzt gefundenen Fragmente, die sich auf den übriggebliebenen pergamentblättern einer lateinischen Handschrift des neunten Jahrhunderts befanden, gehören nun offenbar der bisher vermißten alttestamentlichen Bibeldichtung des Heliand-Dichters an, von der das Vorwort des Heliand ausdrücklich redet, hierfür zeugt die Thatsache, daß eines der vier Fragmente ein Bruchstück des Heliand selbst enthält, während die drei anderen Stücke das erste Buch Moses behandeln. —- „El Muktataf", eine in Kairo erscheinende wissenschaftliche Zeitschrift, berichtet von der Entdeckung merkwürdiger Handschriften im Sinaikloster durch den deutschen Forscher Dr. Friedrich Grote.,, Unter denselben befindet sich eine Evangelienhandschrift in einer aramäischen Übersetzung. Nach dem Urteil des „Muktataf" ist dies die älteste aller bekannten Evangelienhandschriften. — Nach „De Keveii d’Isracl“ gebührt dem *603 verstorbenen französischen Gelehrten Frigenilla ein Platz in der Geschichte des hebräischen Neuen Testaments. Dieser fromme Hugenotte beschäftigte sich mit Vorliebe mit der Frage von der Bekehrung Israels. In Frankreich sah er sich durch die Negierung an jeder Missionsthätiakeit gehindert. Daher besuchte er *602 Frankfurt und Venedig in der Hoffnung, hier etwas für die Juden thun zu können. Aber Fr. mußte sich davon überzeugen, daß gelehrte Verhandlungen, wie sie damals zwischen Protestanten und Katholiken stattfauden, tu der Juden misst an nicht angebracht waren. Er erkannte, daß man mit der Verbreitung des hebräischen Neuen Testamentes anfangen muffe. Mit der Absicht, bcu zweiten Teil der Bibel in die Sprache des ersten zu übertragen, kehrte er nach Paris zurück. Obwohl er hierfür bei seinen Glaubensgenoffen wenig Verständnis fand, ging er mit Eifer an die Arbeit. Leider wurde aber die letztere bald durch seinen Tod unterbrochen. Kleine Wissionszeilung. Die landeskirchliche Berliner Judenmissionsgesellschaft arbeitet seit der int gerbst *895 erfolgten Anstellung von Miss. Schimscha in Breslau auf 3 Gebieten. In Berlin selbst wurden im vor. Jahre *<* Israeliten getauft. Einnahmen 5**89, Ausgaben 22 30* Mk. — Am 13. Mai d. I. taufte Miss. Bachert in Wandsbeck fünf Israeliten: vier Ertvachsene und ein Kind. Unter ihnen befand sich die Gattin eines früher Getauften, welche einst nach dem Übertritt ihres Mannes diesett als einen Toten betrauert hatte. — In Köln veranstaltete Pastor L. Schneller im Mai ein Misstonsfest für das heilige Land. „Zions Glück," hieß es in der Festpredigt, „ist auch das seiner Freunde. Je geborgener in den Zelten des ewigen Zion, desto freudiger die Arbeit für das umere. wer Jerusalems vergißt, vergißt Jesu Lhristi. Die Geschichte kennt noch andere bedeutsame Städte, aber auch Athens und Roms Stern erbleicht vor der Sonne Jerusalems. Zwar ist die heilige Stadt tief gefallen, doch soll sie wieder erstehen. Die Thränen Jesu über Jerusalem reden nicht nur von Gottes Gericht, sondern auch von seinem Erbarnten, und Paulus hört im Geist nicht nur das hosianna der Heidenfülle, fonbcrn auch dasjenige Israels, welches dem G'auben gehorsam wird. Wir wollen eine belettde Missionsgemeinde werdett, welche die Doppelbitte bewegt: „HErr, erlöse das Volk Israel von seiner Blindheit! Ach, daß auch Jsmael leben sollte vor Dir!"" — Die Baseler Gesellschaft der Freunde Israels, welche zuletzt *0599 Fr. Einnahmen, 78 h* Fr. Ausgaben hatte, stellte im Juli den von Paris abgegangenen pred. Laub als Missionar für die Schweiz und das südwestliche Deutschland an und bestimmte, daß er in Straßburg wohnen solle. — Im letzten Jahresbericht der französischen Gesellschaft für die Evangelisation Israels betont Pastor Krüger, daß die Mission unter den Juden zur Zeit nur den Zweck haben kann, die Bekehrung des ganzen Volkes vorzubereiten. Dieser Gedanke bewahrt vor Entmutigungen. Die Gesellschaft arbeitete in Paris, Gran und Algier. Ihr Traktat „Aux Juifs ehretiens*