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Dibre Emeth · 1894-01-01 · 7 (1894) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
50 (1894)
Issue
7 (1894)
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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56 I I l - schauen." Der Sterbende schwieg eine Zeitlang. Endlich sagte er: „Ich habe diesen i herrlichen Vers gewiß tausendmal gelesen und doch nicht verstanden. Jetzt verstehe \ ich ihn. Der Tod ist nur ein Schalten, und Jesus ist hinter demselben. O nein, l ich fürchte mich nicht mehr, warum bange sein vor einem Schatten? Bald ' kommt die Sonne zum Vorschein." Als nach wenigen Stunden das Ende eingetreten war, lag tiefer Friede auf dem blaffen Angesicht des Toten. Zu 1. Joy. 2,1. Der Perserkönig Darms ließ sich täglich dreimal von einem Diener zurnfen: „Herr, gedenke der Athener!" Er wollte sich dadurch das Rachegefühl gegen das kleine Volk, welches seinen Truppen so großen Schaden zugefügt hatte, wach erhalten. — wir dürfen uns darüber freuen, daß unser Heiland durch seine Fürsprache bei dem himmlischen Vater diesen zu immer neuer Bethätignng seiner erbarmenden Liebe gegen uns bewegt. An der durch die heilige Schrift zugesicherten Fürsprache lassen wir uns genügen. Den Mittlern und Mittlerinnen der römischen Kirche schenken wir kein vertrauen. Zum Nachdenken. was kann der weiseste und beste Mann für den sein, der nur selten bei ihm einkehrt und nur flüchtig einige Worte ihm aus dem Munde nimmt? Beide bleibell einander fremd. Mache Dich vertraut mit Deiner Bibel, dann vertraut sie Dir auch ihre Schätze an. Sei täglich in ihrer Gesellschaft, wie bei einem guten Freund. Denn sie ist ein Freund von so reichem Innern, daß sie Dir täglich etwas Neues geben kann. „Aber woher die Zeit nehmen?" heißt es. Findest Du nicht täglich unter aller Last der Geschäfte Zeit, Deinem Körper die nötige Nahrung zu geben, und ist Dein Geist nicht wenigstens so viel als der Körper? Bedarf er zu seiner Gesundheit keine pflege, keine Nahrung zu seinem Wachsthum? Nein, nicht an Zeit zuln Lesen des Wortes Gottes fehlt es irgend einem von uns, sondern nur am ernsten willen, daß ihm Gott und Besserung zu Gott eine Hauptsache werde. Es gilt nur, der Gemächlichkeit oder dem Vergnügen Zeit abzubrechen, die Stunden des Tages zu Rate zu halten, statt so manche Zeit zu verbringen mit eitlem Geschwätz und mit anderem, das man sich selbst aufladet mit übertriebener Nachgiebigkeit gegen Weltgebräuche, durch Menschengefälligkeit, die zu nichts gut ist, als uns und andere um das edelste irdische Gut zu bringen, das wir haben: um die flüchtige Zeit. Professor I. T. Beck. 2. wenn die Uhr gehen soll, so muß man ihr ein schweres Gewicht anhängen. So will das geistliche Leben eines Menschen oft nicht recht in Gang kommen, bis dem Lebensrade das rechte Leidensgewicht angehängt ist. Flattich. Eine AaSet des Widrasch. Der König Salomo beobachtete einmal zwei Schmetterlinge, die über den Giebel seines Tempels flogen. Er verstand die Sprache der Tiere und hörte daher, was der eine, ein Männchen, zu dem anderen, seinem Weibchen, sagte. „Sieh', diesen prachtvollen Tempel vermag ich mit einer Schwingung meiner Flügel zu zertrümmern," so sprach der Schmetterling. Die Gattin blieb ruhig und bewunderte die Macht ihres Gebieters. Salomo aber zog den Prahler zur Verantwortung und fragte ihn: „wie kannst du es wagen, solche lügnerischen Reden zu führen?" Der Schmetterling antwortete zitterüd: „verzeihe mirl Ich sagte es nur, um meiner Gattin zu imponieren." „Gut," versötzte der König, „für diesmal sei es dir verziehen. Aber hüte dich, je wieder so etwas zu thun!" Erleichtert flog der Schmetterling zu seiner Gattin zurück, die während des Verhörs in großer Furcht um ihren Lheherrn geschwebt hatte. Als sie ihn lebendig wieder hatte, fragte sie ihn: „Sage mir doch, mein Lieber, was sprach der König mit dir?" Der Gemahl antwortete: „Er bat mich, den Tempel nicht zu zerstören!" Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßner'sche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von lvindolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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