Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 7 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. 50. Jahrgang. — 1804. Inhakt: Zum Jubiläum der „D, <L." — Die Schule der Deniut. — Das 86. Icihresfest der £ I.-M. — Zu Prediger 4, 12. — Zu Pfalni 23, 4. — Zu j. Joh. 2, — Zürn Nachdenken. — Line Kabel des Midrasch. Jum Jubiläum der „D. E." erhielten wir eine freundliche Zuschrift von ^errn Rabbiner K. in w. Derselbe ruft uns 3. Mose 25, jo ins Gedächtnis: „Ihr sollt das 50. Jahr heiligen uyd im Lande allen seinen Einwohnern Freiheit verkündigen." wie gerne wurden wir dies Gebot in seinem ganzen Umfange erfüllen! Wie glücklich wären wir, wenn unser Blatt in seinem Jubiläumsjahr wenigstens allen deutschen Israeliten sagen dürfte: „Ihr könnt die wahre Freiheit erlangen, wenn Ihr an Iesum, Euren Messias, glaubt!" Denn wen der Lohn Gottes freimacht, der ist recht frei (Joh. 8, 3s; Röm. 8, 2). Das Wort, welches heutzutage so vielen als eine unumstößliche Wahrheit gilt: „Wissen macht frei," ist nur dann berechtigt, wenn das Evangelium den Gegenstand des Wissens bildet und sich dann auch als die Triebkraft eines neuen, heiligen Lebens offenbart. Möchten die Freunde der „D. L." uns die Mittel dazu darbieten, diese Erkenntnis und dies Leben in immer weiteren Kreisen zu wecken! Dem Herrn Rabbiner aber danken wir bestens für fein Schreiben, an dessen Schluß er unserm Blatt ein ununterbrochenes Fortbestehen „zur Ehre Gottes und zum Heile der Menschheit" wünscht. Die Schule der Demut. Selbstüberhebung ist viel gewöhnlicher als Selbstverleugnung. Der Hochmut bewegt sich in großer Gesellschaft, während die Demut auf einsamen Pfaden wandelt. Und doch sollte sie jeden begleiten, welcher Gott fürchtet, denn Gott hasset hohe Augen. Es giebt eine Schule, in welcher die Menschen den Hochmut verlernen, die Demut erlernen können. Komm', lieber Leser, und laß uns in diese Lehranstalt eintreten, damit wir die Tugend erwerben, welche uns nötiger ist als das tägliche Brot! Eine Beschreibung der Schule, deren Lehrziel die Einpflanzung der Demut ist, giebt Dir z. B. Daniel 4, 26—3H. Verweilen wir ein wenig bei dem, was dieser Abschnitt über Schüler, Lehrer, Unterricht, Zucht und Frucht der Schule sagtl s. Ein König von Babel ist der Schüler, der uns hier vorgeführt wird, wie Polykrates einst auf seines Daches Zinnen mit vergnügten Sinnen auf das beherrschte Samos hinschaute, so steht hier Nebukadnezar oben auf seinem prächtigen Schloß und spricht die prahlerischen Worte: „Das ist die große Babel, die ich erbauet habe zum königlichen Haufe durch meine große Macht, zu Ehren meiner Herrlichkeit!" Dank den in den Euphrat- und Tigrisländern neuerdings vorgenommenen Ausgrabungen können wir uns ein Bild von jenem Fürsten machen. Seine Gestalt erscheint uns allerdings höchst fremdartig. Äußerlich betrachtet, ist er von uns gar sehr verschieden. Fassen wir