Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 5 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ibre Umkth. Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 5. — 50. Jahrgang. Inhalt: Das neue Hohelied Israels. — Die Größe Gottes nach Röm. M, 33—36. — Zu Psalm U9. — Indische Chronik. — Briefkasten. -- Bücherbericht. Das neue Hohelied Israels. So nennt Ben Hur, der Held der gleichnamigen Erzählung des Nordamerikanischen Generals Wallace, die Beantwortung der seiner Mutter vorgelegten, von dem Römer Messala angeregten Fragen, wir geben den betreffenden Abschnitt des berühmten Werkes (I, Kap.?), welcher den Leser in die zweite Hälfte des zweiten Jahrzehnts nach Lhristi Geburt versetzt, auszugsweise wieder. Der Verfasser legt der vornehmen Israelitin folgende Worte in den Mund: Hohes Alter gilt heute als erster Beweis des Adels der Geschlechter, hierin steht der Römer dem Israeliten stets nach. Jener kann bis auf die Gründung Roms zurückgehen: wie verhält es sich aber mit uns? Als wir Dich, mein Sohn, im Tempel dem HErrn darstellten und die Tauben opferten, nannte ich dem Priester Deinen Namen. In meiner Gegenwart schrieb er ihn in das Buch der Familien Israels ein. Ich weiß nicht, wann diese Aufzeichnungen anfingen, doch ist es sicher, daß sie bereits vor dem Auszug aus Egypten in Gebrauch waren. Unser Volk war in manchen Dingen dem Gesetz untreu, aber das Register der Namen wurde stets heilig gehalten. Nur einmal, während der babylonischen Gefangenschaft, wurde es unterbrochen. Serubabel aber stellte die Bücher wieder her. N)ir sind imstande, die jüdischen Geschlechter zwei Jahrtausende hindurch zu verfolgen, was ist ein solches Alter gegenüber der Prahlerei der Römer? Unser höchster Ruhm aber besteht darin, daß der HErr uns auserwählt hat. würde man voll mir verlangen, daß ich Gott und die Menschheit auf die einfachste weise darstelle, so würde ich einen geraden Strich und einen Areis zeichnen. Gott allen: bewegt sich gerade vorwärts; des Menschen Fortschritt gleicht dem Areise. Der Unterschied zwischen den Völkern liegt nicht im Umfang des Areises, den sie durchlaufen, sonder:: in ihrer Gottesnähe.. Das vollkommenste Volk ist dasjenige, welches Gott am nächsten steht, wie der ein großer Mann ist, dessen Leben den Beweis liefert, daß er von Gott ausdrücklich berufen, oder doch in seinem Streben gesegnet wurde. Israels Geschichte ist Gottes Geschichte. Er sprach durch den Mund der Männer von Israel. Er war ihr Gesetzgeber auf dem Sinai, ihr Führer in der wüste, ihr Feldherr im Arieg, ihr Herrscher und Aönig. Ist es möglich, daß die, mit denen er in solcher weise verkehrte, von ih:n nichts gelernt haben, daß ihre menschlichen Eigen-