Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 3 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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27) Am \2. September hatte Sternberg noch einmal Gelegenheit, mit diesem Aaraiten zu reden. Vor dem Beginn einer Trauung, zu welcher ihn der Rabbiner in seine Synagoge eingeladen hatte, sprach der Missionar mit ihm über den Bräutigam der Airche, Lhristum. Zu Jesaia 53, 5 f. Zaleukus, der Gesetzgeber der griechischen Pflanzstadt Lokri in Suditalien, bestimmte, daß der Ehebruch mit dem Verlust beider Augen bestraft werden sollte. Nun war der erste, der nach Erlaß dieses Gesetzes auf Ehebruch ertappt wurde, der eigene Sohn des Zaleukus. Der letztere wurde hierüber von tiefem Schmerz ergriffen, wollte aber nicht, daß seinem Sohn die Strafe erlassen würde. Indessen trieb ihn seine väterliche Liebe an, den Richtern vorzuschlagen, sie möchten dem Sohne nur ein Auge ausstechen lassen: für das andere wolle er selbst, der Vater, eins seiner Augen hergeben. Dieser Vorschlag wurde angenommen und dem Vater die Hälfte der Strafe seines Sohnes auferlegt. — Jesus hat für uns noch mehr gethan, als Zaleukus für seinen Sohn thun konnte! ___ Zu WattY. 23, 35. Nach einer jüdischen Überlieferung wurde Sacharia, der Sohn Berachias, ebenso wie der gleichnamige Sohn des Priesters Iojada (2. Thron. 24) im Tempel zu Jerusalem ermordet. Zur Zeit Jesu erbaute man dem erschlagenen Propheten das Grabdenkmal, welches jetzt noch im Kidronthal steht. (Ls gehört zu einer Gruppe von Felsengräbern, welche durch ihren Baustil uud die auf einem derselben befindliche Inschrift als Herodianische Bauwerke erwiesen werden.) Da Jesus die Reden Matth. —25 wahrscheinlich in der großen Halle des Merodes hielt, hatte er das Grabmal Sacharias gerade vor sich. Er erwähnt diesen Propheten nicht als das letzte Opfer des paffes, sondern als den letzten Gegenstand heuchlerischer Verehrung. Are Londoner Iudenmifsion in Werkln 1893. Im Verkehr mit einzelnen und in öffentlichen Versammlungen wurde das Evangelium mündlich manchen Israeliten nahe gebracht. Für Vorträge und predigten benutzten wir drei verschiedene Räume, von denen zwei im Mittelpunkt der Stadt liegen. Die meisten jüdischen Zuhörer (60) erschienen am Jom-Kippur. Die Predigt behandelte an diesem Tage Ier. 5, 22. — Schriftlich suchten wir teils durch Briefe, teils durch Drucksachen einen Zugang zu den Kerzen zu gewinnen. Die „Dibre Emeth" hatten eine Auflage von 2000 Exemplaren. Etwa 20 000 von den im ganzen gedruckten 2q. 000 wurden durch die Post versandt, die übrigen persönlich weggegeben. Der großen Mehrzahl nach waren die Empfänger Israeliten. Dasselbe gilt von dem neugegründetem vierteljahrsblatt für Kinder „Timotheus", welches ebenfalls in einer Auflage von 2000, also im ganzen in 8ooo Exemplaren gedruckt wurde. Außerdem erschienen drei neue Traktate: „F. w. Becker. Eine Heldengestalt in der Iudenmission des *9- Jahrhunderts." „G. I. Andersson. Ein frühvollendeter Zionsbote." „was hast Du wider die Bibel?" Die Schrift: „Der einige Trost im Sterben" kam in zweiter, vermehrter Auflage heraus. — Zahlreiche Israeliten (etwa 24) wünschten zum Christentum überzutreten, aber den meisten gebrach es an der hierzu erforderlichen Entschiedenheit (vgl. Luk. 9, 59 ff.). Liner wollte nicht seine alte Mutter durch einen Religionswechsel betrüben. Auch, eine Jungfrau ließ sich durch Familienrücksichten zurückhalten, von den Personen, die den Katechumenenunterricht empfingen, wurde eine (am 25. Dez.) getauft. Dieselbe ist an einen Christen verheiratet und Mutter von sechs Kindern. — Auch auswärts durften die beiden Missionsarbeiter hie und da ihren Beruf ausüben. Namentlich' erreichte der Bücherbote auf seinen Reisen durch Süd- und Ost-Deutschland mit mündlichem und schriftlichem Zeugnis manche Seele aus Israel, von seinem wirken in Schlesien wird unser Blatt in der nächsten Nummer berichten. — Für Unterstützung der Arbeit durch Geldopfer und durch persönliche Beteiligung an der zeitraubenden Schriftenversendnng haben wir alten und neuen Freunden zu danken.