Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 2 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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\6 urteilte einen Maurergesellen, welcher in der Synagoge zu wronke eine Wurst verzehrt und den Schweinsdarm in ein Gebetbuch gelegt hatte, zu 4 Wochen Gefängnis. — Die Regierung in Bromberg erlaubte den jüdischen Kaufleuten S. und <£. Schmuhl in Schneidemühl die Annahme des Namens „Götze", hiergegen erhoben zahlreiche christliche Träger dieses Namens Beschwerde. Doch wurde dieselbe zurückgewiesen. — In Frankfurt a. M. entstand ein Verein für jüdische Krankenpflegerinnen, nachdem das dortige isr. Krankenhaus schon seit ^869 einzelne „Schwestern" ausgebildet hatte. — (Lin Gesuch jüdischer Borstenhändler um Aufhebung, bezw. Beschränkung der durch das sächsische Ministerium des Innern am 2\. März \8c)2 erlassenen. Schlachtordnung wurde abschlägig beschieden. Das Ministerium will die verlangte Genehmigung zur Wiedereinführung des Schächtens deshalb nicht erteilen, weil es in diesem Verfahren einen aus wandelbaren Menschensatzungen hervorgegangenen, sittlichen Anstoß erregenden und allgemein staatlichen Einrichtungen widersprechenden Gebrauch erblickt. Es ist davon überzeugt, daß die Mehrheit der Bevölkerung jenes verlangen als eine unberechtigte Forderung einer sich absondernden Minderheit betrachtet. — Das Krakauer „Wohlthätigkeits-Komitee", welches von Baron pirsch monatlich 5000 Gulden erhielt, wurde wegen nationaler Zwistigkeiten von ihm aufgelöst. — In Beraun bei Prag entstanden im Okt. Ruhestörungen infolge der falschen Behauptung, daß ein dortiger Schächter sein christliches Dienstmädchen ermordet habe. — Zu Munkacs in Ungarn starb der Wunderrabbi Sal. Spira. — Im Don-Gebiet wurden die Juden im Juli grausam gemißhandelt, weil das Volk der Ansicht war, sie hätten die Pest ins Land geschleppt. — Bei einem Prozeß wegen eines angeblichen Ritualmordes, welcher das bulgarische Gericht zu Rahova im September beschäftigte, wurden sämtliche jüdische Angeklagte freigesprochen. — Am 20. August nahm die Schweiz ein verbot des Schlachtens ohne vorherige Betäubung in ihre Verfassung auf, nachdem früher schon die Kantone Bern und Aargau Schächtverbote erlassen hatten. — Am letzten Jom-Kippur fand in einer großen Halle im östlichen London eine ergreifende Feier statt. Mehr als 6000 englische, russische und polnische Juden vereinigten sich hier zum Fasten und Beten. Die Andachtsglut, welche sich bei diesem Gottesdienst äußerte, war echt orientalisch. Nachmittags erschien Lord Rotschild und wurde freudig begrüßt, auch zum Lesen der Haphtorah aus dem Buche Jona aufgerufen, vgl. Sprüche 22, 2. — In Palästina zählt man jetzt 24 jüdische Kolonieen. Unter den in Galiläa errichteten zeichnet sich Samarin vorteilhaft aus. Der vou Weinbergen umgebene Ort besitzt saubere Däuser und Straßen, ja, sogar öffentliche Gärten. Inmitten derselben steht eine schöne, große Synagoge. In der Nachbarschaft entstehen kleinere Ansiedlungen. Nach Nazareth und Haifa werden gute Wege angelegt. — Nahe bei Mosul (an der türkisch-persischen Grenze) liegt die aus etwa \oo Häusern bestehende Stadt Bar Tanura, die nur von Juden bewohnt wird. Auf der Spitze des Hügels, an dessen Fuß sie sich ausbreitet, befinden sich die Überreste einer Festung. Line unweit liegende Grotte heißt nach dem Propheten Elia und wird von Juden, Christen und Muhammedanern verehrt. Nach einer Überlieferung siedelten sich die Vorfahren der Lhaldäisch redenden Bewohner von Bar Tanura hier an, als sie aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten. Liner andern Angabe zufolge wurde diese jüdische Stadt noch früher begründet. Ein Teil der Einwohner beschäftigt sich mit dem Weben von Tuch aus Ziegenhaar. Das Gesetzesstudium wird fleißig gepflegt. Für die Jugend sind 2 Schulen vorhanden. Die Zahl der Schüler beträgt jso. Im letzten Sommer entsandte die Gemeinde einen ihrer Angehörigen, Jakob Ibn Isai, mit einer Botschaft an den Großrabbiner von Konstantinopel. P. H.-D. 1. _ Fr. 2\* Brandend. Hmpfangsöescheimgung. Frau pfr. A.-St. 2,^0. P. W.-N. 5. Frl. v. P.-Br. 20,23. Gg. I.- v. v. Fr. Isr. 59,65. Lübecker v. v. Fr. Isr. (P. Deiß) 60. __Herzlichen Dank! Um baldige Einsendung der KattegeöüYr für 1894 wird freundlichst ersucht. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \3. Verlag: Goßner'sche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von ). windolff, Berlin S.W., Lhorlottenstraße 88.