Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 50 (1894)
- Issue
- 1 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ein Momtsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Nr. 1. — 50. Jahrgang. — 1804. Anhalt: Zunr neuen Jahre — Die Kirche eine Dienerin der Mrnschheit. — Urchristliche Neliquie,,. — Lire Frstlvoche im heiligen Laibe. — Zlu; der jüdischen Presse. — Bücherbericht. Zum neuen Jahre begrüßen wir alle Leser der „D. (£." aufs herzlichste. Möge es jedem £)eil und Legen bringen! Unsere Zeitschrift tritt jetzt zum 50. Mal ihre Wanderung an. Die Hand, welche sie zuerst hinaussandte, ist am $. November \S86 erkaltet, und auch viele früheren Empfänger weilen nicht mehr unter uns. Aber die Lieb: zu Israel, welche dies Blatt im Jahre ins Leben rief, ist nicht erstorben. Lie kann auch in Zukunft nicht aufhören. U)o wahre Christen sind, da fehlt es nie an Herzen, welche an Israels geistlicher und leiblicher Wohlfahrt teilnehmen und deshalb den Gliedern dieses Volkes das Evangelium als die hellste Leuchte, die kräftigste Wegzehrung und die beste Waffe für den Erdenwandel darbieten. Und auch dessen dürfen wir gewiß sein, daß der Ruf der Mission unter den Blutsverwandten Jesu allezeit hier und da einen Wiederhall finden und so jene Gnadenzeit vorbereiten wird, welche Paulus Rom. 25 f. beschreibt. Wie lange es Gott gefallen wird, die ,,D. E." in seinem Dienste zu gebrauchen, wissen wir nicht. Jedenfalls halten wir uns aber nicht für berechtigt, zu glauben, daß dies Blatt jetzt schon ausgedient hat. Wir werden daher auch fernerhin bemüht sein, es seiner Bestimmung zu erhalten. Alle Leser seien freundlich gebeten, das Iubiläumsjahr der „D. E." dadurch auszeichnen zu wollen, daß sie während desselben an der Erreichung des angegebenen Zweckes durch Rat und Thal eifrig Mitarbeiten. Die Kirche eine Dienerin der Menschheit. Jm Jahre \520 ließ Dr. Martin Luther 3 bedeutsame Schriften ausgehen. Die dritte führt den Titel: „Von der Freiheit eines Ehristenmenschen." Ihre Hauptlehre ist in zwei, einander widersprechendenSätzen enthalten: „Tin Lhristenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand unterthan," und: „Ein Ehristenmensch ist ein dienstbarer Anecht aller Dinge und jederinann unterthan." Der Reformator wollte hiermit sagen: Der Glaube erhebt uns über die Welt, aber die Liebe nötigt uns, dem Worte Jesu uachzuleben: „Ich bin nicht gekommen, daß ich mir dienen lasse, sondern daß ich diene."