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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 8 (1893) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
8 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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64 Missionar. Die Arbeit, welche die Gesellschaft in Jassy treibt, erfährt manchen Segen. — Der Rheinisch-Westfälische Verein für Israel feierte sein 50jähriges Bestehen. Er wurde im Herbst J8^2 ans Anregung des Missionars der L. J.-M. Stockfeld gegründet. Seit Anfang J8<j5 besitzt er ein eigenes Missionsblatt. Für den geplanten Bau eines Missionshauses in Köln sind jetzt etwa 20 000 Mk. vorhanden. Im letzten Jahr wurden 4 Israeliten getauft. In Frankfurt a. M. und Straßburg trat der Verein in die Arbeit ein, welche dort früher von der £. J.-M. getrieben wurde. — Die französische Gesellschaft zur Evangelisation Israels fügte ihren Satzungen im vorigen Jahr ein Glaubensbekenntnis bei. Dasselbe bezeichnet die heilige Schrift als die vornehmste Richterin in Glaubenssachen und Jesum Christum als das fleischgewordene ewige Wort, den Gottes- und Menschensohn, der um unserer Sünden willen gestorben, un: unserer Rechtfertigung willen auferweckt ist. „Er ist der von den Propheten vorausgesagte und voll Israel erwartete Messias. Sein Volk, das jüdische, hat ihn verworfen, und das Evangelium ist den Heiden angeboten worden. Aber eines Tages wird ganz Israel sich zu Jesn Christo bekehren, und dies wird das Zeichen zur Bekehrung der Welt sein?' Die bisberigen Einnahmen (1(892: j3 <*oj Frks.) erlaubten der Gesellschaft keine weitere Ausdehnung ihrer Arbeit Besonders erwünscht wäre die Anstelluttg eines zweiten Missionars für Paris. — Die 1(887 von 2 Engländerinnen begründete Pariser Jndenmission giebt eitle Missionszeitung in 5 Sprachen heraus. Dies Blatt, welches den Titel führt: „Haemeth" (Pie Wahrheit), ist von dem Schriftleiter, Missionar Feingold (33, rue des Archiven), für 2 Frks. jährlich zu bezieben. — Am 50. Jahresfest der Britischen Gesellschaft zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Juden konnte von einem erfreulichen Aufschwung berichtet werden. Ihr Präsident, I)r. Hitchens, erklärte, sie sei jetzt besser gestellt als je zuvor. Die Einnahmen stieget! während des Jubilänmsjahres auf jo 000 <£. Für einen besonderen Jubiläumsfouds gingen bisher 857 £ ein. Unter den Taufen des Jahres (892 verdient diejenige eines österreichischen Leutnants Erwähnung. Derselbe wurde durch seinen protestantischen Mberst für das Evangelium gewonnen. Der fromme Wandel dieses Vorgesetzten uttd die Standhaftigkeit, welche dr in seiner letzten, schmerzvollen Krankheit bewies, bewogen den jungen Israeliten, eer.christlichen Kirche beizutreten. Das in London von der Gesellschaft errichtete Heim für betagte Judenchristen zählte 7 Insassen. —Rabbiner Lichtenstein predigte in London vor einer großen Anzahl Juden den in Jesu erschienenen Messias. Am 50. März beteiligte er sich an der Gsterkommunion des judetichristlichen Gebetsbundes und hielt hierbei eine Ansprache über die in der Sühnung unserer Sünden sich offenbarende Kraft des Blutes Christi. — Pastor Faltin in Kt sch inew taufte J892 von 89 Israeliten, die mit ihm tu nähere Berührung kamen, \2. Liner dieser Getauften war ein Kandidat der Rechtswissenschaft, ein anderer, der Sohn eines Rabbiners, ein Lehrer. 5357 Schriften in 4 verschiedenen Sprachen wurden unter Israeliten verbreitet. Der von Faltins früherem Katecheten Friedmann herausgegebene lutherische Katechismus in hebräischer Sprache ist gänzlich vergriffen. — In Konstantinopel verlangten einige Beamte der Regierung von der britischen Bibelgesellschaft die Beseitigung gewisser Bibelstellen. Z. B. sollte die Bitte: „Dein Reich komme!" ausgemerzt werden. Auch der Ausdruck: ,,das Gesetz der Juden" und die Aufforderung Pauli zu einer Geldsammlung für die armen heiligen in Jerusalem waren ihnen anstößig. Indessen verhinderte der englische Gesandte die beabsichtigte Verstümmlung der heiligen Schrift. Ein Kolporteur, welcher eine türkische Sonderausgabe des Galaterbriefes verbreitete, wurde verhaftet. Die Behörde hielt nämlich den letzteren für ein Schreiben an die Bewohner von Galata, einem Bezirk der türkischen Hauptstadt, und argwöhnte unistürzlerische Absichten. Anfänglich wollte man dem Gefangenen erst dalin die Freiheit wiedergeben, wenn er ein beglaubigtes Zeugnis über Pauli Tod bechringe. — Am 6. März wurden Missionär Angel und seine Gattin in ihrer Wohnung in Chicago von 3 maskierten Räubern überfallen. Die tapfere Frau hielt ihnen ihre Sünde vor und ermahnte sie, ihr Leben zu bessern. Sie mußte 2 im Hause umherführen, während der dritte ihren Mann bewachte. Die Beute, mit welcher die Räuber endlich abzogen, war nicht groß._ Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \\. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Goßner'schen Mission, Friedenau-Berlin. Zirucf non lvindolff, Berlin Lhnrlottenstrciße 88.

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