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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 7 (1893) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
7 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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56 Hegen das Mißtrauen. Ls giebt noch ehrliche Menschen und, was noch inehr ist. Menschen, die daran glauben, daß die Ehrlichkeit noch nicht ausgestorben ist. Das lehrt eine kleine Erzählung im „Schief. Familienboten." Pastor XT. kommt von einer Reise zurück, aber ohne seinen nagelneuen Überrock. Der Erkundigung nach demselben weicht er etwas verlegen aus. Endlich gesteht er, daß er ihn unterwegs einem jungeil Manne geliehen habe, der, von schwerer Krankheit kaum genesen, bei der naßkalten Witterung nicht warm genug angezogen war. Beim Abschied habe dieser seine, des Pastors, Adresse ausgeschrieben und versprochen, ihm den Rock nachzuschicken. Der gute Pfarrer war der einzige, der nicht daran zweifelte, daß er sein Eigentum zurückerhalten werde. Und sein vertrauen wurde nicht getäuscht. Der Reisegefährte sandte ihm den Rock mit innigem Dank zurück. Bei dieser Gelegenheit erfuhr der Geistliche den Namen des Mannes, dem er eine wohlthat hatte erweisen können. Er sah die Vermutung, die er im Stillen gehegt hatte, bestätigt. Der junge Mann war nämlich — ein Jude. * Aie Täfelchen von Tell-el-Amarna. Im Jahre \888 fand eine Fellachin (eine egyptische Bäuerin) zu Tell-el-Amarna in Mittelegypten einige Täfelchen aus gebranntem (Lchon, die mit Keilinschriften bedeckt waren. Sie verkaufte dieselben an einen Händler und veranlaßte dadurch weitere Nachforschungen, die reich belohnt wurden. Die arme Muhammedanerin sollte so dazu helfen, daß die Glaubwürdigkeit der Bibel, zunächst des Buches Josua, eine neue Stütze erhielt. Ls stellte sich nämlich beraus, daß die ausgegrabenell kleinen Tafeln, von denen nran schließlich 320 Stück beisammen hatte, 5300 Jahre alt sind und Briefe von Palästinensern an den damaligen egyptischen König und dessen Beamte enthalten. Einige stammen aus Jerusalem, und ihr Absender ist wahrscheinlich der Jos. (0 vorkommende Jerusalemer König Adoni Zedek. Diese Briefe schildern die Bewegung, welche das Vorrücken der Jsraeliterr unter den Kananitern hervorrief. Die letzteren standen unter cgyptischer Oberherrschaft, hatterr aber kurz vor dem Ausbruch jenes Eroberungskrieges die egyptische Besatzurig verloren. Als die Israeliten immer weiter ins Land erndrangen, wurden die fürstlichen Frauen, 25 an der Zahl, unter militärischer Bedeckung von Jerusalem nach Egypten gebracht. Auch der König von Jerusalerrr dachte an Flucht. „Sie haben die Oberhand bekommen", schrieb er an den König von Egypten im Einblick auf die Abiri (die Hebräer), „haben die Festung Jericho erobert, haberr sich gegen den König der Könige versammelt . . Siche, was mich betrifft, rnein Vater ist nicht rnehr und mein Heer ist nicht mehr." „Die hebräischen Häuptlinge plündern alle königlichen Länder.' Seitdem die Anführer der egyptischen Solbatcu fortgezogen sind und die Länder in diesem Jahr verlassen haben, ist Zerstörung über die Länder des Königs, Nieines Herrn, gekommen." In einem andern Schreiben klagte er: „Sie versammeln sich. Der Anführer sagt, er werde mich angreifen und belagern . . (D Schreiber des Königs, meines Herrn! Ich bin bekümmert, gar sehr bin ich bekümmert." Der Briefschreiber hoffte jedoch noch auf eine Wendung zum bessern. Er bat daher den Oberkönig, ihm auf den: Seewege Hilfe zu leisten. Er beschrieb den weg, auf welchem die egyptischen Truppen nach der Landung am besten nach Urusalim (Jerusalem) gelangen könnten. Aus Jos. jo ersehen wir, daß der versuch, die Israeliten abzuwehren, scheiterte. Adoni Zedek verbündete sich mit Amoriterkönigen, um Gibeon zu züchtigen, weil diese Stadt mit Josua Frieden geschlossen hatte. Aber das schnelle Eingreifen Josuas brachte allen 5 Königen den Untergang. Die Täfelchen von Tell-e!-Amarna, auf denen außer Jerusalem noch viele andere biblische Ortsnamen erwähnt werden (z. B. Joppa, Gaza, Lod, Dothan, Ajalon, Gezer, Ono, Laisch, hazor, Megiddo, Sunem, Damaskus), befinden sich jetzt zum teil in Kairo, zum teil in Berlin und London. Die Doktoren Winkler in Berlin und Bezold in London haben Abschriften der Inschriften veröffentlicht. Line englische Übersetzung der letzteren hat Major Londer, der berühmte Erforscher Palästinas, herausgegeben. Sie ist das Ergebnis eitles zweijährigen Studiums._ Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, hanffstraße tb Kommissionsverlag der Buchhandlung der Goßner'schen Mission, Friedenau-Berlin. Druck von g. windolff, Berlin Charlottenjtraße 88.

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