Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 5 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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?><) ferner erhalten werde, bis er, wiederkommen und herrschen werde in Jerusalem und vor seinen Ältesten in Herrlichkeit . . Stade, den 8. Okt. J858. — . . Wir denken, morgen früh die Juden in ihrem Versammlungslokal, welches nur ein Zimmer sein soll, zu besuchen. Der von Herrn Moritz erwähnte freundliche Rabbiner ist nicht mehr hier . . Mögest Du mit des HErrn gnädiger Hilfe mir recht viele gute Nachrichten mitzuteilen haben, wenigstens keine traurige. Doch alles nach Gottes heiligem, gnädigem Willen. Haben wir Gutes empfangen von Gott, so müssen wir das Schmerzliche und Schwere, wenn Gr uns solches auferlegt, auch annehmen. Doch wollen wir fröhlich fein in der Hoffnung, geduldig in Trübsal und anhalten am Gebet. Fortsetzung folgt.) Zu Asalm 31, 20. fyocfybetagi entschlief vor mehreren Jahre,l zu Leipzig ein frommer Gelehrter, Professor Nobbe. Als dieser Mann auf dem Sterbebette lag und sich nun Gottes Führungen während der langen Jahre seiner Erdenwallfahrt vergegenwärtigte, da bekannte er: „Ich habe nie einen Tag erlebt, an welchem ich nicht Gottes Güte hätte preisen können?' — Auch schmerzliche Ereignisse offenbaren Gottes gute und heilsame Absichten, und auch sie sollten uns darum zur Danksagung antreiben. „Sieh' nur die Schmerzen im rechten Lichte, Und Du stellst alles Klagen ein. Sie sind das Treibhaus, drin die Früchte Des Geistes zeitiger gedeih',,/' Wider Parwin. In einem akademischen Vortrag über „Schöpfung und Entwicklung nach Bibel und Naturwissenschaft" (Basel, *892) kommt Dr. jned. Dutoit-Haller, ein Berner Arzt und Privatdozent, zu folgendem Ergebnis: „Die zwischen der christlichen Welt, anschanung und dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaften obwaltenden Differenzen sind noch keineswegs alle gelöst; aber sobald wir es versuchen wollen, alles mit Hilfe der Darwin'schen und materialistischen Theorieen zu erklären, werden die Schwierigkeiten unendlich viel größer, als wenn wir uns unter die Notwendigkeit einer Erschaffung der Welt beugen." Or. D.-T. stimmt dein Worte Mädlers zu: „Ein echter Naturforscher kann kein Gottesleugner fein." Indische Hyrsnik. Der Vorstand der Berliner jüd. Gemeinde beabsichtigte, den Kaiser um Schutz gegen den Antisemitismus zu ersuchen, gab aber diesen plan auf, weil er vor der Zeit in die Öffentlichkeit drang. In einer jüd. Flugschrift „Schutzjude,, oder Staatsbürger? " wurde zu einmütigem Protest gegen ein derartiges Gesuch aufgefordert. Ihr Verfasser, Dr. Löwenthal, tadelte zugleich die bisherige Kampfführung seiner Glaubensgenossen, insonderheit ihr Eintreten für den Talmud. Er gab zu, daß unter den Juden „Fehler und Schäden wuchern," und stellte daher das verlangen: „wir müssen die Gleichberechtigung durch Selbsterziehung verdienen." L. fand Gesinnungsgenossen, und nun erschien in, Januar d. I. in der „Berliner Volks- Itg." eine mit inehr als (00 Unterschriften bedeckte Bekanntmachung dieses neuen jüd. Vereins, in welcher um Beiträge zur Abwehr des Antisemitismus gebeten wurde. Am 26. März wurde eine größere Versammlung von Mitgliedern und Freunden der Sache abgehalten. Inzwischen erließen im Februar mehr als 200 Rabbiner aus verschiedenen Teilen Deutschlands eine feierliche Erklärung betreffs der Schriften und der Sittenlehre des Judentums, welche wieder für den Talmud eine Lanze brach. Die jüdische „Berl. Ztg." gab ihrer Unzufriedenheit mit dieser Kundgebung u. a. dadurch Ausdruck, daß sie der hiesigen jüd. Gemeinde empfahl, alsbald alle anderen Gemeinden aufzufordern, die Grundlagen für die Herstellung einer jüd. Sittenlehre zu liefern, die für den Religionsunterricht ausschließlich maßgebend sein solle. — Die in Stuttgart erscheinende „Schwäbische Chronik" veröffentlichte Betrachtungen eines Juden über die Reform des Judentums. Dieselbe dürfe sich nicht nur auf die Form, sondern müsse sich auch anf den inner,, Gehalt des Glaubens