Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 5 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. — 41). Jahrgang. — 1893. Inhalt: Paulus Cassel. — Die Jerichorose. — ,-fromme Aerzte. — Ein Missionarsleben in Briefen (Forts.). — Psalm 51, 20. — Wider Darwin. — Jüdische Chronik. — Spinozas Bücherei. Paulus Lasset. Der mn 25. Dez. v. I. zu Friedenau-Berlin verstorbene Professor Lasse! war von Geburt ein Schlesier. Er wurde am 27. Febr. (82( von jüdischen Litern in Glogau geboren.. Bei der Beschneidung erhielt er den Vornamen „Selig". Sein Vater war ein Bildhauer, der sich namentlich mit der Anfertigung von Grabsteinen beschäftigte. Nachdem der Anabe in seiner Heimat den ersten Unterricht genossen hatte, kam er nach Schweidnitz und besuchte hier das Gymnasium. (639 bezog Lasse! die Universität Berlin, um unter Ranke Geschichte zu studieren. £)kv wurde er Mitarbeiter der „Aonstitutionellen Zeitung". (850 begab er sich nach Erfurt und übernahm die Redaktion der „Erfurter Zeitung". Die Beschäfiigung mit der Geschichte des Volkes Zsrael und der Verkehr mit christlichen Freunden brachte ihn allmählich zu der Erkenntnis, daß in dein Angesichte Zesu Lhristi die Alarheit Gottes offenbar geworden ist (2. Aor. % 6). Am 28. Mai (850 ließ er sich zu Büßleben, einem Dorf bei Erfurt, in den neuen Bund aufnehmen. Diesen Tag feierte er fortan alljährlich als seinen zweiten Geburtstag. Seine Taufnamen waren „Paulus Stephanus". (856 zog er sich von der bis dahin ausgeübten journalistischen Thätigkeit zurück und übernahm das ilmt eines Bibliothekars an der Erfurter Bibliothek. Zugleich wurde er Sekretär der dortigen Akademie. Aänig Friedrich Wilhelm IV. verlieh ihm.den Professortitel, und die theologische Fakultät der Universität Erlangen machte ihn auf Veranlassung von Delitzsch zum Lizentiaten der Theologie. (859 kehrte er nach Berlin zurück, wohin er schon einmal von Erfurt aus berufen worden war, um V» Zahr lang die amtliche „Deutsche Reform" zu leiten. Er veranstaltete jetzt öffentliche Vorträge zur wissenschaftlichen Beleuchtung des Lhristentums und erwarb sich durch dieselben bald einen großen Areis von Freunden. (866 wurde er in den preußischen Landtag gewählt, legte aber nach kurzer Zeit sein Mandat wieder nieder. Von (865 — 67 stand er in Verbindung mit der „Britischen Gesellschaft zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Juden." (867 ernannte ihn die Londoner Zudenmissionsgesellschaft zu ihrem Missionar und zum Prediger an der (86^ eingeweihten Berliner Lhristuskirche, in welcher er an: 5. Januar (868 seine erste predigt hielt. (Ordiniert wurde er erst am 7. April (968.) Bis zu seiner am