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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 12 (1892) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
12 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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90 Eltern und Freunde der Kinder, vielleicht JOO Personen, sahen ringsum aus den Fenstern und von den Verandas herab die Feier mit an. Zuerst trugen die verschiedenen Klassen abwechselnd Gesänge vor. Dann wurden messianische Abschnitte der heiligen Schrift aufgesagt, hierauf folgte ein Gebet und eine Unterredung des 2TCtff* F. Flad mit den Kindern, in welcher die Weihnachtsgeschichte zur Behandlung kam. Die Fragen, welche er stellte, wurden lebhaft beantwortet und dabei manche Bibelstellen angeführt. Zum Schluß fand die Verteilung der Gaben statt, welche fleißige Frauenhände in der Missionskolonie während der letzten Wochen vor Weihnachten für die Kinder bereitet oder treue Missionsfreunde eingefandt hatten. Für die ärmeren waren Kleider in jeder Größe und Form vorhanden. Die Kleinen freuten sich besonders ihrer Puppen und ihrer Zuckersachen. Mit. Entzücken und mit funkelnden Augen zeigten sie die erhaltenen Schätze ihrer Lehrerin, die von diesem Fest in „The Jewish Advocate;‘ berichtet. Wo Liebe ist, da finden sich auch Mittel und Wege zu ihrer Bethätigung. Ist es in Afrika möglich, das Fest der Liebe so zu feiern, daß es auch dem weihnachtslosen Volk des alten Bundes zum Segen wird: wieviel leichter muß es uns in Europa sein, das letztere an unserer Freude teilnehmen zu lassen! Geben ist seliger als nehmen. Wollen wir uns nicht im Einblick auf jene christlich-jüdische Weihnachtsfeier in Tunis die Frage vorlegen: Was können wir thun, um den unter uns lebenden Israeliten den Mitgenuß der in der Thristnacht allen Menschen erschienenen, heilsamen Gnade Gottes zu verschaffen? Wer sich wenigstens an der Verbreitung eines gedruckten Weihnachtsgrußes beteiligen will, kann einen solchen von dem Herausgeber dieses Blattes in beliebiger Anzahl von Exemplaren kostenfrei beziehen. Zwei Freunde Israels. In demselben Jahre, an dessen April ein Hervorragender proselyt, der Professor an der Universität Ehristiania Dr. Karl Paul Easpari, geboren zu Dessau am 8. Februar MH, seine irdische Laufbahn beschloß, wurden zwei hochbetagte Freunde Israels von hinnen gerufen, die als frühere Arbeiter der L. I.-M. ein besonderes Anrecht auf einen Nachruf in diesem Blatte haben. Am 28. Mai d. I. starb im 89. Lebensjahr der englische Prediger Karl Joseph Goodhart. Er erblickte das Licht der Welt am 5. Oktober \805 zu Limehouse. Seine Familie war eine deutsche und stammte aus Kassel. Die Mutter war eine Tochter des Di'. Woide, der vor seiner Übersiedlung nach London an der reformirten Gemeinde zu Lissa in Posen als Prediger angestellt war. Im elterlichen Hause herrschte wahre Frömmigkeit, daher auch Liebe zu Israel, Oft besuchte man die Gottesdienste in der Missionskirche der L. I.-M. Der Vater wünschte, daß sein Sohn sich dem geistlichen Stande widmen möchte, und bat deshalb einen Prediger um Rat. Derselbe meinte, der Knabe sollte zunächst 2 Jahre als Buchhalter arbeiten,

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