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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 11 (1892) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
11 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. > Nr. 11. — 48. Jahrgang. — 1892. < L_/\___/vJ Inhalt: Aus dem 8^. Jahresbericht der L. I.^M. — Die Gattbeit Christi. — Zu Iah. 7, 16. f. — Zur Geschichte der Bibel III — Das ev. Hospiz zu Johannisbad. — Aus der jüd. Presse. — Zur Statistik. — Lmpfan gsbescheinigung. — Anzeige. Aus dem 84. Jahresbericht der L. J.-M. In tiefes Elend blickten die Arbeiter der Gesellschaft auch im letzten Berichtsjahr (Wl) hinein. Groß war oft die leibliche Not der Israeliten, mit denen sie in Berührung kamen. Besonders zeigte sich dieselbe bei den Scharen russisch-jüdischer Auswanderer, welche sich auf den meisten Missionsstationen einfanden. Nach dem Urteil von Miss. Zerbib in Mogador ist jedoch die Lage mancher Juden im Süden des Sultanats Marokko noch trauriger, fjter, in Sous, wo nach dem Verfasser des arabischen Buches Roodh-el-Kartas “ schon i. I. \056 n. Ehr. 3000 Juden lebten, sowie im Wadi Draa, sind die Rinder Israels Leibeigene Ismaels. Jede Familie steht unter einem arabischen Herrn. Tötet ein Araber einen Juden, so hat er diesen: Herin ein Pfund als Strafe zu zahlen. Auch viele düstere Bilder geistlicher Not zeichnet der Bericht. Aberglaube und Unglaube verwehren Tausenden den Zutritt zu der göttlichen Offenbarung. „Die meisten Juden sind von ihrem Gott abgewichen," schreibt ein Bücherboie in!Vien. „Sie wandeln ihre eigenen Wege, ohne Glauben und ohne Hoffnung. Ihr einziges Ziel ist, in ihren Geschäften Erfolg zu haben." „Ich glaube an einige Tausend Gulden, nicht an das, was sich vielleicht vor ^000 Jahren zugetragen hat," sagte ein 80jähriger Greis zu demselben Rolporteur. Einige Wiener Juden verlachten die Bibel und ließen nur den Talmud als das Buch gelten, von dem man einiges lernen könne. Bei galizischen Talmudisten zeigte sich große Unwissenheit in biblischen Fragen. Jede Anführung einer messianischen Stelle setzte sie in Verlegenheit. In einer italienischen Stadt bekannte ein jüdischer Raufmann dem Miss. Arias: „In meiner Heimat hegte ich religiöse Anschauungen. Hier verlor ich sie völlig. Wir wissen hier nichts von einander, außer wenn jemand stirbt. Unsere Religion ist die Religion der Toten." Nach dem Urteil eines Missionars in Paris ist der unter den dortigen Juden zu Tage tretende Mangel an Bekanntschaft mit der heil. Schrift wahrhaft erschreckend. Vonseiten der Synagogenbehörden geschieht, wie er behauptet, nichts zur Hebung dieses Notstandes. In Algier meinten manche, die Lehren der Bibel seien für Rinder des sH. Jahrhunderts zu einfach.

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