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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 9 (1892) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
9 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 Schrift, der sie ja überhaupt ihr ganzes Lehrgebäude entnahmen. Was die Bibel über die Engel sagt, soll im Folgenden kurz zusammengestellt werden. Die Engel sind Geschöpfe des Allmächtigen, durch sein vollkommenes Ebenbild, den „Erstgeborenen vor aller Areatnr," ins Leben gerufen (Aol. f, (6; Ies. 5H, (6). Als persönliche Wesen besitzen sie die Fähigkeiten des Selbstbewußtseins und der Selbstbestimmung. Ein Teil hat die Gabe des freien Willens gemißbraucht und ist von Gott abgefallen, aber immer noch von ihm abhängig, d. h. thatsächlich ihm unterthan. Es giebt kein selbständiges Reich des Bösen neben dem des Guten. Der Fürst der bösen Engel verhält sich also nicht zu Gott, wie bei dem Zendvolk und den alten Persern Ahriman Ormuzd gegenübersteht. Die Engel erscheinen in menschenähnlicher, aber auch in tierartiger Gestalt. Die Cherubim werden in den Schriften Moses als menschliche Gestalten mit zwei ausgebreiteten Flügeln dargestellt. Bei hesekiel tragen sie zwei Gesichter, diejenigen eines Menschen und eines Löwen (% f8), oder vier, indem noch Stier und Adler hinzuksmmen (f u. fO), und von ihren vier Flügeln dient je ein Paar zum Bedecken des Leibes und zum Fliegen. Bon den vier Tieren der Offenbarung Johannis hat jedes eins von den vier Gesichtern der Cherubim bei hesekiel, außerdem sechs Flügel und viele Augen. Solche Gestalten kannten auch die alten Egypter und Affyrer, wie die uns erhaltenen Denkmäler beweisen. Gleich den Erzählungen von der Schöpfung und der Sintflut,, bildeten die Cherubim einen Teil des eisernen Bestandes der alten Überlieferungen, die ein Gemeingut der Menschheit blieben. Auch die Seraphim, die nur Ies. 6 erwähnt werden, sind menschliche Gestalten mit je sechs Flügeln. Den Beruf der Engel deutet ihre allgemeine Bezeichnung an. Als Boten Gottes haben sie mit dem Auftraggeber und mit denen zu thun, bei welchen sie sich ihrer Aufträge entledigen. Bor Gott stehen sie als ein unzählbares Heer, dessen vornehmste Glieder Erzengel oder Engelfürsten heißen (f. Aon. 22, Dan. 7, j0; Eph. t, 2\ ff.), um seine Befehle zu empfangen und seinen Ruhm zu erheben. Wegen ihrer Gemeinschaft mit Gott heißen sie die Söhne oder Rinder Gottes (Hiob Pf. 89, 7), und Gott wird um ihretwillen der Ewige der Heerscharen genannt. Die Cherubim sind Wächter des himmlischen Heiligtums (hesek. {, s0; Offb. 7), aber auch Gottes Träger und Begleiter (ps. (8, ff; 68, (8). Sie bilden einen lebendigen Wagen, auf dem sie den Thron Gottes tragen (hes. {)■ Ohne' Zweifel hängt hiermit das hebräische Wort, welches für diese Engel gebraucht wird, zusammen. Dasselbe hat sich bei den Assyrern und Babyloniern in der Form „Airübu" erhalten. So nannten dieselben ihre geflügelten, mit Menschenköpfen versehenen Stiergottheiten. Auch die Seraphim beteiligen sich an dem Lobe Gottes (Ies. 6; Off. 8 und hes. 9) als himmlische Würdenträger. (Im Arabischen bedeutet Scherls „edel.") Daß auch sie in den Euphratländern bekannt waren, ersieht man aus einem alten Götterverzeichnis, in welchem behauptet wird, daß Nergal, der Gott der babylonischen Stadt Aut,

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