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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 6 (1892) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
6 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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nun, der selige Immanuel Frommann — diesen Namen nahm er in der heiligen Taufe an — nebenbei gegen zwanzig Schriften schrieb, um die Kinder Israel;um Lhristentum zu führen, Schriften, welche in Europa, Asien und Afrika weiß verbreitet wurden, so hat ja eines Schneiders Thräne fürwahr ein herrlich Werk gethanl Lin berühmter französischer Theologe, Adolf Monod, führte die Macht des Apostels Paulus auf dessen persönliches Lhristentum zurück, und Pauli Lhristentum, so urteilt Monod, war ein Lhristentum der Thränen. Durch seine Thränen des Schmerzes hat der Apostel die Kerzen in Ehrfurcht unterworfen; durch seine Thränen des Erbarmens sie in Liebe gewonnen; durch seine Thränen der Zärtlichkeit sie vollends für die menschliche Einfachheit seines Evangeliums erobert. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Du Volk der Thränen, evangelische Lhristenheit, säe auch du mit Thränen, um dereinst in Freuden zu ernten I (Bote aus Pommern.) Arabische Redensarten und ZSräuche. wenn ein Araber nach dem Verlust eines Angehörigen von teilnehmenden Freunden besucht wird, so pflegt er die Beileidsäußerungen eines solchen mit der von großer Höflichkeit zeugenden Redewendung zu beantworten: „Es tröste mich Dein Wohlsein!" d. h.: „Ls sei mein Trost, daß Du noch am Leben und gesund bist!" — Beim Anblick einer schönen Blume oder eines prächtigen Teppichs lobt man nicht den Gegenstand, sondern den Urheber desselben. Man ruft nicht wie wir: „wie schön!" — sondern: „Gepriesen sei Gott!" oder: „Gelobt sei der Meister!" oder: „welch' ein Meister!" Das Wohlgefallen an einem schönen Menschen äußert sich darin, daß man die Mutter statt des Rindes preist: „Gelobt sei der Baum, der solche Frucht getragen fyatl" vgl. Luk. u, 27. Ein Reisender fand auf dem Wege von Jaffa nah Jerusalem einen alten Mann an einem Brunnen sitzen, welcher in einem ledernen Schöpfeimer das Wasser aus der Tiefe zog und in ein Becken goß. In der Loitze des Mittags war dies keine leichte Arbeit. Dennoch pries der Greis von Zeit zu Zeit in einem Litat aus dem Roran die Barmherzigkeit Gottes. — Der Wunsch: „L88a1am aleikum!“ d. h. „Friede sei mit Luch!" wird von den Muhammedanern nur Glaubensgenossen gegenüber angewandt. Einen Christen grüßen sie nie in dieser weise, da er diesen Gruß ihrer Meinung nach nicht verdient. Er ist kein Friedenskind: der Friede ruht nur auf dem Bekenner des Islam, wie verachtet die Christen sind, zeigt sich darin, daß das Wort „Nazarener" als Scheltwort gilt. Wenn einer sich mit einem andern entzweit hat und ihn verächtlich machen will, ruft er ihm zu: „Ja nusrani, ibn eimusrani! O Nazarener, Du Sohn des Nazareners!"— Für besonders wertvoll hält man die Tugend der Geduld, wer eine zeitraubende Arbeit, z. B. einen Hausbau, ausführen will, hängt über der Hausthüre an einem Faden eine kleine Aloestaude auf. Die Aloepflanze wächst sehr langsam und bedarf zu ihrem Gedeihen nur der Luft und der Feuchtigkeit. Ihr Anblick mahnt also zur Bedächtigkeit. Anstelle der Aloe hängt man wohl auch einen jungen ausgenommenen Elefanten oder ein Rrokodil auf. Die Dickfelligkeit dieser Tiere dient ebenfalls als Bild der Geduld. — In Mittelpalästina pflegen die muhammedanischen Eltern durchreisenden Derwischen ihre kleinen Rinder zu bringen, damit sie die Hände auf dieselben legen und sie segnen. Betet ein Derwisch oder ist er in Nachdenken versunken, so sorgen die Frommen dafür, daß er nicht durch solche Bittsteller gestört werde, vgl. Mark, jo, J3. — wie vor Zeiten (Hesek. j<s, 4), so werden im heiligen Lande auch jetzt noch neugeborene. Rinder mit Salz abgerieben. Noch immer sucht man durch Amulete, Abbildungen oder Unterpfänder göttlicher Mächte, böse Einflüsse fernzuhalten. Noch immer nennt man den, welchen man ehren will, mit dem Namen seines erstgeborenen Sohnes, wie z. B. Missionar F. in Nablus „Abu Selim," Vater des Fritz, angeredet wird. Und noch immer setzen die Beduinen dem Gast, um ihn zu ehren, das beste Stück vor. vgl. Sam. 9, 23 f ■

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