Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 4 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Mlonatöblatt für Israeliten und Freunde Israels. 4. 48. Jahrgang. — Inhalt: Karfreitag. — Im Lande Immanuels (Schluß). — Zu Matth. 27, 29. — Die SiloaHinschrift in Jerusalem. — Kleine Missionszeitung. — Lmpfangsbesch. inigung. — Anzeige. Karfreitag. Gehüllt in ernstes Trauern b Erscheint der große Tag, Den wohl mit tiefen Schauern s Das Herz begrüßen mag. £ Doch wenn der Blick sich senket, Wenn dessen du gedacht, Voll Dank ihn aufwärts lenket S Der Ruf: „Es ist vollbrachti" wie leidet still der Heiland, Betrübt fehl Mittlerherz, S Durchbohrt die Hand, die weiland Geheilt so manchen Schmerz! Doch aus dem blaffen Munde £ Ertönt ein Wort mit Macht? Als sel'ge Friedenskunde, ( Der Ruf: „Ls ist vollbracht!" d Nach p. <£. Bockmühl Und wie das Wort gesprochen, Und wie sein Auge bricht, Ist auch der Fluch gebrochen, Au Ende das Gericht. Nun jubeln Engelchöre, Nun lichtet sich die Nacht, Daß froh der Sünder höre Den Ruf: „Ls ist vollbracht!" Drum schau', o Herz, vertrauend Empor zum Rreuzesstamm, Mit vollem Glauben bauend Auf dieses Opferlamm! Ob dann die Welt dich schelte, Ob sie dich kühn verlacht, Doch weißt du, dir auch gelte Der Ruf: „Es ist vollbracht!" („)m Licht der Ewigkeit" Gotha '886 S. 5y) Jm Lande Immanuels. (Schluß.) ' Zch fand die der genannten Gesellschaft gehörige, hochliegende und in ihrer Einfachheit schöne Airche mit europäischen und arabischen Protestanten gefüllt. Der Gottesdienst wurde von dem arabischen Prediger I., einem Bruder des Iudenmissionars in Jerusalem, in seiner Muttersprache abgehalten und dabei die arabische Übersetzung des Gebetbuchs der Airche von England gebraucht. Von den Liedern, welche die Gemeinde sang, hatte eins die Melodie von ,,Großer Gott, wir loben Dich", und ein anderes ging im Ton von ,,Zch bete an die Macht der Liebe". Soweit ich beobachten konnte, folgten die Zuhörer sowohl der Liturgie als der predigt mit Andacht. Meine beiden medizinischen Freunde, neben denen ich im Gotteshause Platz genommen hatte, begleiteten mich nachher zu dem erst vor kurzem nach Nazareth berufenen Leiter des ganzen Missionswerkes, pred. G., dem Sohne eines Deutschen. Die früheren Missionare Zeller, Huber (jetzt in Gaza) und Wolters stammten aus Deutschland selber. Wie anderswo werden auch von Nazareth aus, als der Haupt-