Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 3 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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24 WWonserteönUe des Kerausgeöers im Jahre 1891. Das abgelaufene Jahr brachte tief einschneidende Veränderungen. Das Londoner Missionsamt in Breslau wurde aufgehoben, nacbdem es q.; Jahre lang bestanden hatte. Aus verschiedenen Gründen, mußten die Missionsgottesdienste schon am 28. Juni geschlossen werden, obwohl die Übersiedlung des Missionars nach Berlin, seiner neuen Wirkungsstätte, erst am 28. September erfolgte. Am \3. Sept. wurde einer der Israeliten, die uns näher getreten waren, im Diakonissenhause Bethanien getauft. Die Taufrede behandelte Luk. \y, 9 f. Möge der junge Mann, ein Fabrikbesitzer, immer mehr ein Licht für seine Umgebung werden! Sein älterer Bruder trat schon früher zum Christentum über. Mutter und Schwester gehören noch der Synagoge an. Sieben Berufsreisen führten in verschiedene Teile Schlesiens und über dessen Grenzen hinaus. Line besondere Freude war es mir, wenn nach einer Predigt oder einem Vortrag von jüdischen fänden eine Gabe für die evangelische Kirche des heiligen Landes und ihre Werke dargeboten wurde. Schriften fanden willige Abnehmer, darunter joj Bibelteile und Bibeln. In jene Zahl sind die auf einer Ferienreise nach Palästina verbreiteten i,65 Schriften eingeschlossen. Bei der Auflösung der Mission wurde ihre Sonntagsschule von der Stadtmission übernommen und mit derjenigen eines ihrer Angestellten verschmolzen. Die Fortführung der Missionsarbeit selbst übernahm Hr. Diakonus Konrad von der Elisabethkirche, nachdem verschiedene, versuche, sie wieder einem eigenen Missionar zu übertragen, gescheitert waren. Über die von ihm veranstaltete Jom-Kippur-Feier vgl. „D. L." *89^, S 95. Der für den November in Aussicht genommene Missionsgottesdienst mußte wegen eines Todesfalles in seinem Hause unterbleiben. Dagegen fand ein solcher im Dezember statt, zu welchem zahlreiche Einladungen an Israeliten ergangen waren. In Berlin wurde ein Saal in der Potsdamerstraße für die Abhaltung von Gottesdiensten für Israeliten und Lhristen gemietet. Der Besuch war im ganzen mäßig. Einmal hatte der Missionar bei einer Leichenrede eine größere Anzahl jüdischer Zuhörer vor sich. Eine weitere Ausdehnung des Missionsverkehrs brachte die Weihnachtszeit mit sich, in welcher einige hundert Exemplare von van Andels Gedicht ,,Das weihnachtsfest" verbreitet wurden. Die Gesamtzahl der hinausgegebenen Drucksachen betrug 8z8. von dem Heimgang derjenigen, die dem Schreiber ds. in den letzten 7 Jahren die treuste Missionsgehilfin war, berichtet unser Blatt in No. \ des laufenden Jahrgangs. Gott gebe in Breslau und Berlin, ja, allerorten der Missionsarbeit im neuen Jahre einen neuen Aufschwung! Er mache viele Augen, die jetzt noch geschlossen sind, tauglich, die Geheimnisse Seines Reiches zu sehen! Aus dem ISriefe eines Misstonsfreundes. Auf meiner Reise fuhr ich von R. ganz allein mit einem jungen jüdischen Kaufmann aus B. Ich erfuhr von ihm, daß er eine halbchristliche Erziehung genossen, auch die Bibel mit großem Interesse gelesen habe. Aber er glaube höchstens an ein höheres Wesen, sonst nichts, weil er schon jung nach Amerika gekommen sei und unter den schwierigsten Verhältnissen für seine Erziehung und sein Fortkommen ganz allein habe sorgen müssen. Nun hat er sich mit einer jungen Katholikin verlobt. Ich suchte ihn natürlich von der Gotteskindschaft Jesu zu überzeugen, was er sehr eifrig aufnahm. Und er nahm und aß auch meine Pflaumen und war erfreut über mein mildes Urteil über die Juden. Ob der Same aufgehen wird? Gott weiß es. A. S. Aneröieten. Zur Abhaltung von Predigten oder Vorträgen in Sachen der Mission unter Israel ist der Herausgeber der „Dibre Emeth" nach Maßgabe seiner Zeit und Kraft stets gerne bereit. Er bittet um gefällige Benachrichtigung, wenn solche gewünscht werden. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \\. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Goßner'schen Mission, Friedenau-Berlin. Druck von )• windolff, Berlin, Lharlottenstraße 88