Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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libre Mmklh. Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. 48. Jahrgang. — 1892. Inhakt: Frau Maria Becker, geb. rvest f. — Im Lande Immanuels. — Die Ursache der Zerstörung Jerusalems. — Jüdische Lhronik. — Bücherbericht. — Briefkasten. — Bitte. j Frau Maria Decker, geb. West ch. I Wie i. I. J887, so muß auch diesmal der neue Jahrgang der „Dibre Gmeth" mit einer Todesnachricht beginnen. Ts hat dem allmächtigen Gott gefallen, mich die Bedeutung von Psalm 35, erkennen zu lassen: „Ich ging traurig wie einer, der Leide trägt um seine Mutter." Am 28. November 1(8% nachmittags 2 Uhr, entschlief in meiner Wohnung zu Friedenau-Berlin meine geliebte Mutter, die verwitwete Frau Pastor Becker, infolge einer Herzlähmung, nachdem sie 6 Wochen vorher bei einem Falle das rechte Unterbein gebrochen hatte. Mit Recht wurde bei der Leichenfeier, die am 3. Dezember in Hamburg stattfand, behauptet, daß ich der Heimgegangenen das Beste verdanke, was ich besitze. Auch die Liebe zu Israel hat sie, die an der Seite ihres Gatten eins Freundin dieses Volkes geworden war, mir eingestößt. Und wie treulich unterstützte sie mich bei der Ausübung meines Missionsberufes mit einsichtsvoller Beratung und frommer Fürbitte, mit eigenem, mündlichem Zeugnis und reichen Geldopfern I Mancher Leser wird es mir nachempfinden können, wenn ich bekenne, daß dieser Todesfall meine Lebens- und Schaffensfreudigkeit getrübt hat, und daß es niir Vorkommen will, es sei auf Grden kälter geworden, weil mir die Sonne der Mutterliebe nicht mehr leuchtet. Aber ein anderes Licht hört nicht auf, feine erwärmenden Strahlen zu entsenden. Die Gottesliebe vermag Thränen zu trocknen, Gebeugte aufzurichten. Gottlob, daß wir uns auch unter der schwersten Heimsuchung ihrer getrösten dürfen! Der uns Wunden schlägt, ist der HGrr, der Vater unseres Herrn Jesu Thristi und in Ihm unser Vater. So thue Gr denn, was Ihm wohlgefällt I Was von Ihm kommt, muß zu unferm Besten dienen. Und die Gr abgerufen hat, sind in Seiner Hand, allem Grdenleid entnommen, der himmlischen Seligkeit teilhaftig. Das verbürgt uns der christliche Glaube. Am $. Februar v. I. schrieb meine selige Mutter, die am Tage zuvor die telegraphische Meldung von meiner glücklichen Ankunft in Jerusalem erhalten hatte, es sei ihr der in Millers Schatzkästlein für diesen Tag angegebene Spruch, 2. Petri s, „sehr wichtig" geworden : „Ich weiß, daß ich meine Hütte bald ablegen muß." Sie