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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 12 (1891) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
12 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gin Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. ibre WmM Ur. 12. _ 47. Jahrgang. — 1891. J' Inhalt: Im Lande Immanuels (Forts.). — Line christl. Ioni-Aixpur-Feier. — Belohnte 2lusdauer.— Aus Egypten. — Am Sinai. — Zur Statistik. — Empfangsbescheinigung. Jm Lande Immanuels. (Fortsetzung.) Obwohl ich also auch am 8. März unterwegs war, bemühte ich mich doch, dem Tage sein Recht zu geben. Mährend wir unter den wohlthuenden Strahlen der irdischen Sonne dahinritten, gedachte ich der himmlischen. Ich sang einige unserer schönen Kirchenlieder und hielt mir dann eine predigt über das Evangelium des Tages, Ioh. 6, \ ff. Der Grundgedanke des letzteren läßt sich mit dem Satz wiedergeben: „Größer als der Helfer ist die Not ja nicht." Ls schildert uns: Menschen, die der Hilfe bedürfen; Jünger Jesu, die diesem Bedürfnis ratlos gegenüberstehen; den göttlichen Heiland der Welt, dessen Allmacht immer helfen kann, und dessen Liebe immer helfen will. Wie viele Gottesoffenbarungen hat doch auch die weite Ebene gesehen, durch die wir an diesem Sonntagmorgen zogen! Zu den Naturstimmen, die sich hier allezeit in dem Reichtum der Pflanzenwelt vernehmen ließen, kamen die gewaltigen Zeugnisse der Geschichte hinzu. Gott redete in den Kämpfen, die Barak und Gideon (Nicht. u. 6 f.)r David und Saul (j(. Sam. 30 u. 3J(), Ahab und Iosia (\. Kön. 20 und 2. Thron. 35) und viele andere auf diesem Gefilde führten. An das Gottesgericht, von welchem Saul betroffen wurde, erinnerte gleich der erste Höhenzug, den wir zur Rechten des Weges bemerkten: der Dschebel Faküa, das Gilboagebirge. Über Serin, das alte Israel, wo wie an vielen Orten Palästinas nur noch Trümmer von vergangener Größe (\. Kön. (8 u. 2\) erzählen, ritten wir auf maßlos schlechten Wegen nach Sölam, dem früheren Sunem. Ls regte sich in meiner Seele eine bittere Empfindung gegen die Obrigkeit dieses Landes, die durch vollständige Vernachlässigung vielbenützter Straßen das Leben der Reisenden in Gefahr bringt und an den Reit- und Lasttieren die ärgste Quälerei begeht. Was den letzteren zugemutet wird, ist geradezu unglaublich. Auch mein armes Pferd wurde über Gebühr angestrengt. Konnte noch etwas meine Bewunderung und Hochschätzung desselben steigern, so waren es seine Leistungen am 8. März. Ich gewann es nicht über mich, das ausgezeichnete Tier so zu behandeln, wie mein Mukari es mir ansann, d. h. den Stecken fleißig zu gebrauchen. Ebendeshalb lebte ich mit meinem Begleiter in beständiger Uneinigkeit. Unzählige Male mahnte er mich während eines Tagesrittes: „Jalla, ja chawädscha!“

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