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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 11 (1891) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
11 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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87 sehr großen Entfernungen Wasser und Holz holen, Rinder und Vieh versorgen und jeden Tag den Weizen für die ganze Familie mahlen, indem sie ihn, wie -dies schon vor alters geschah, mit zwei aufeinander gelegten flachen Steinen zerreibt. Letzteres ist eine sehr schwere Arbeit, und man braucht mindestens 2 Stunden, um genug Mehl für eine Mahlzeit zu mahlen. Will man schneller, fertig sein, so bedarf es zweier Personen. Vergl. Matth. 24, ***. In keiner Stadt des Innern findet man eine Schule für Mädchen. Der Talmud lehrt: „Frauen und Sklaven sind von dem Studium des Gesetzes ausgeschlossen." Demgemäß werden hier die .Frauen zum Lernen nicht genötigt. Ich habe nie eine Jüdin gefunden, welche zu lesen verstand oder etwas von Religion wußte. Die Frauen wissen von Mose nur -durch Hörensagen, denn sie gehen nie in die Synagoge. Sie essen das, was ihre Männer und Rinder übrig lassen. Die jüdischen Frauen in Europa sollten sich der Lehre des Messias Jesus gegenüber, die sie von dieser Erniedrigung befreit hat, -tief verpflichtet fühlen, wo immer sich das Licht des Evangeliums zeigt, verbessert es die Lage der Frauen. Es zwingt sogar die Schüler des Talmud, sich um das geistige Leben ihrer Frauen und Töchter zu bekümmern. Eine von den Frauen des Rabbiners in B'zoo, einer wegen ihrer feinen Wollensachen (Haike) berühmten Stadt in der Provinz Ntifa, fragte mich: „Ist es wahr, daß die christlichen Frauen mit ihren Männern am Tisch essen und auch zum Gebet gehen?" Sie war sehr erstaunt, als ich ihr antwortete, daß Gott die Frau zur Gefährtin und Gehilfin des Mannes und zu Einem Fleisch gemacht habe. „Der Messias Israels", sagte ich, setzte die Frauen in ihre würde wieder ein und verbot Vielweiberei und Ehescheidung, ausgenommen Line Ursache. Er verkündigt durch seine Apostel die geistige Gleichheit von Mann und Frau: „Hier ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal Einer in Thristo Jesu." Gal. 3, 28. Dessenungeachtet sind alle christlichen Frauen in allen Dingen ihren Männern unterthan als dem Herrn." Die Jüdin rief: „O, wie glücklich müssen Eure christlichen Frauen fein, daß dieser Jesus mit ihnen ist. Er sollte hierher kommen und mit unfern Männern sprechen." „Gewiß", erwiderte ich. „Ich werde von diesem Jesus hergesandt, Euren Männern und Söhnen zu sagen, daß Israels Erlöser, den sie während so vieler Jahrhunderte erwartet haben, schon gekommen ist." Da sagte der Sohn dieser Frau zu mir: „wir haben immer gehört, die Christen seien sehr flolz. Ich begreife nicht, wie Sie sich so erniedrigen können, mit diesem unwissenden Weibe zu sprechen." „Mein Freund", entgegnete ich, „ich muß Ihnen ein paar Stellen im Worte Gottes vorlesen: „Ehre deinen Vater und deine Mutter." „Lin jeglicher fürchte seine Mutter." 3. Mos. *9, 3. „Der Thor verachtet seine Mutter." Spr. S. \6, 20." (The J. Inteil., 1891, S. 82.) ILrd. Chronik IV. Das Berliner Lentralkomitee für die russischen Juden hat an der ostpreußischen Grenze 6, an der schlesischen 5 Grenzkomitees eingesetzt, welche bedürftige Auswanderer mit Fahrkarten, Reisemitteln und Mundvorräten bis zum Hafenort, teilweise auch mit Schiffskarten bis an ihr Endziel versehen^ An solchen Orten, wo die Reisenden sich einige Zeit anfhalten müssen, erhalten sie Erfrischungen. In den Hafenstädten sorgen Hilfskomitees für ihre Beförderung. Die Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums hatte im Sommer *890 38, im Winter ^890/91 35 Hörer. Aus der neugegründeten Darlehnskasse wurden im ersten Jahre ihres Bestehens 446 Mk. an Hörer ausgeliehen. Der t8H* entstandene Hilfsverein für jüdische Studierende in Berlin gewährte in 50 Jahren *403 Stipendien im Betrage von 4**000 Mk. Ende September wurde eine Synagoge in der Lindenstraße eingeweiht. — Auch Hirschberg besitzt jetzt einen Antisemitenvereiu. — Rektor der Universität Rönigsberg ist seit dem *2. April ein Jude: Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Hermann. — Der in Stuttgart verstorbene Bildhauer Albert Güldenstein, ein Schüler von Professor Schwanthaler in München, entstammte einer jüdischen Familie. Er wurde *822 zu Sontheim bei Heilbronn geboren. Ein Bruder von ihm starb vor 30 Jahren als Rabbiner. — In Franken findet man an der Rednitz und Regnih wafferschäpfräder, welche zur Bewässerung dienen. Dieselben sollen zur Zeit der Rreuzzüge von Egypten über Palästina nach Deutschland gekommen sein. — Die in Nr. 6 (S. 48) des laufenden Jahrgangs der ,,D. L." erwähnte Broschüre des israelitischen Oberlehrers

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