Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 9 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Hr. 9. — 47. Jahrgang. — 1891. J Inhalt: Zur gefälligen Beachtung. — Im Lande Immanuels (Forts.). — Kleine Missionszeitung III- —- Jerusalemer Inschriften. — Bücherbericht. — Zum Nachdenken. — Bitte. Zur gefälligen Deachtung. Der Herausgeber der „Dibre Lmeth" wird, s. G. w., Ende September nach Berlin übersiedeln und erbittet sich fortan Briese und Gelder unter folgender Adresse: Berlin W.? Friederran- HanWraße 11. Den Vorsitz im „Schlesischen Verein von Freunden Israels" hat Herr Diakonus Konrad, Breslau, Friedrich-Wilhelmstraße 2 a, übernommen. Im Lande Immanuels. (Fortsetzung.) Der Hausherr £). arbeitet manchmal als Maurer im Syrischen Waisenhause. Er ist der Mann Einer Frau, da seine Mittel es ihm nicht erlauben, mehrere zu halten, und der Vater von 8 Rindern. Wir stiegen auf einigen Steinstufen ins Haus hinein und befanden uns nun in einem ziemlich geräumigen Zimmer, welches den verschiedensten Zwecken dient, und in dem wohl die ganze Familie anwesend war. Stühle und andere Sitze fehlten, doch wurde uns zu Ehren auf der am Boden liegenden Matte eine Steppdecke ausgebreitet, auf der wir uns niederlassen konnten. Als die guten Leute merkten, daß mir diese Art des Sitzens noch etwas ungewohnt war, erhielt ich außerdem eine Art Schlummerrolle für den linken Arm. In dem einen Winkel des Gemaches stand eine altertümliche Handmühle, wie man sie schon vor Jahrtausenden in diesem Lande gebraucht hat (Matth. 2% ^0. Auf dem Herd zu unserer Rechten wurde Feuer angezündet und Raffee gekocht, den man uns dann in kleinen Schalen reichte. Der Inspektor gab seinerseits allerlei mitgebrachte Speisevorräte zum Besten, und so bildeten wir alle eine große Tischgemeinschaft, obwohl hier auch kein Tisch vorhanden war. Am Gespräch vermochte ich mich leider nur wenig zu beteiligen. Beim Abschied konnte eine der schönen Redensarten Verwendung finden, welche „Der kleine Hartmann" für solche Fälle bereit hält. „Mä binsa dschamilak kull umri!“ (nicht vergessen werde ich Deine Güte mein ganzes Leben lang) rief ich dem Manne zu. Denn von der anwesenden Gattin durfte ich mich nicht verabschieden. Der Anstand bei den Muhammedanern verlangt, daß man eine Frau vollständig übersieht. Der älteste Sohn des Hauses, auch ein Muhammed, gab uns noch eine Strecke Weges das Geleit. Wir sahen die Grtsschule, aber weder Lehrer noch Schüler. Wie in allen muhammedanischen Schulen,