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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 6 (1891) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
6 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ibkk Wmekh. Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. v. Ur. 6. — 47. Jahrgang. — 1891. , Inhalt: Im Lande Immanuels (Forts.).— Zu Jesaia 57, — Zur Erklärung uon ^ebr. \2, 22—24y — Flinders petrie. — Briefkasten. — Zur Statistik. — Bücherbericht. — Anzeige. II. Wn Jaffa nach Jerusalem. Das dem Abendländer im ganzen so ungewohnte Leben und Treiben in einer morgenländischen Stadt war mir nicht mehr ganz neu und hielt mich in Jaffa nicht länger zurück. Ich schritt am Morgen nach meiner Ankunft schnell vorbei an den beschäftigten und unbeschäftigten Männern und Frauen, unter welchen letzteren die Muhammedanerinnen das Gesicht vollständig verdeckt trugen, vorbei an den Rudeln wilder Hunde und den langen Zügen schellentragender, schwerbeladener Ramele, an deren Spitze in der Regel ein kleiner Esel ging. Bald hatte ich das Gesuchte gefunden: ein Fuhrwerk für die Reise nach Jerusalem. Rach dem Besuch einer englischen Schule und des deutschen Konsulats konnte dieselbe angetreten werden. Es war etwa Uhr vormittags, als wir aufbrachen. Außer mir saßen noch 3 weitere Passagiere im wagen: ein spanischer Jude mit seiner Tochter und ein angesehener Muhammedaner aus Jaffa. Später kam noch ein vierter Reisender hinzu. Der Rutscher, wie dev Fuhrwerksbesitzer ein Jude, sprach deutsch. Der Muhammedaner, der eine christliche Schule besucht hatte, verstand etwas englisch. Das Arabische aber war die ihnen allen gemeinsame Sprache. Obwohl ich mich leider in derselben nur sehr unvollkommen verständlich machen konnte, befreundeten wir uns bald mit einander. Orangen und Zigarretten wunderten herüber und hinüber. Wenn 2 Deutsche auf eine einsame Znsel verschlagen werden, so ist bekanntlich das erste, was sie thun, daß sie einen Verein gründen. Zu einer Vereinsbildung kam es nun auch auf der Fahrt nach Jerusalem, allerdings ohne daß von Satzungen, Mitgliederlisten, Beiträgen u. dgl. die Rede gewesen wäre. Za, selbst dem Nächstbeteiligten wurde es garnicht bekannt, daß ich ihn zu meinem Gehilfen bei der Verkündigung des Evangeliums vor den mit uns reisenden Nachkommen der ehemaligen Herren dieses Landes ernannt hatte. Unser Muhammedaner war's, mit dem ich mich im stillen verbunden hatte. Zhm schlug ich während der Fahrt die schönsten Stellen meines arabischen Zohannisevangeliums auf und veranlaßte ihn, dieselben laut zu lesen. Und so wurde der Nachfolger Muhammeds den Züngern Moses ein Führer zu ihrem Messias, und alle hörten in ihrer Sprache die großen Thaten Gottes reden (Ap.-G. 2, JJ0. Gegen \2 Uhr erreichten wir Ramleh, eine Stadt von etwa 3000 Einwohnern, die sich durch einzelne Palmen und einen im

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