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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 5 (1891) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
5 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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§0 — Miss. Pick in Krakau berichtet: „Unser Dienstmädchen wurde gefährlich krank und mußte ins Hospital gehen. Meine Frau besuchte sie und nahm ihr ihre Bibel mit. Die anderen Kranken in demselben Zimmer wurden auf das Buch aufmerksam und wünschten es zu sehen. Lin armes jüdisches Mädchen, welches den Titel gelesen hatte, rief freudig aus: „(D, eine Bibel, eine Bibel! O, wenn ich doch auch eine Bibel hätte! In diesen drei Monaten hatte ich garnichts zu lesen!" Unser Mädchen erlaubte der Jüdin, in ihrer Bibel zu lesen, und als sie das Hospital verließ, versprach sie ihr, eine Bibel zu bringen. Als sie mit derselben und mit andern Büchern ankam, war große Freude, „wie glücklich bin ich, die Bibel zu haben," rief die Jüdin. Unsere Dienerin besuchte später das jüdische Mädchen wieder. Kaum war sie angekommen, als die letztere ihr entgegen lief und sagte: „O, wie glücklich bin ich, Sie wiederzusehen." Und dann dankte sie ihr wiederholentlich und sagte: „Sehen Sie die Bibel? Ich habe sie immer nahe bei mir; täglich lese ich in ihr. Auch der Doktor hat heute wieder in ihr gelesen." Als sie das Ljosxital verlassen hatte, kam sie voller Dankbarkeit und Freude in mein Haus. Die Beweise christlicher Liebe, welche sie erfahren, thaten ihrem Kerzen wohl, und mit einer neuen Erkenntnis und neuen Anschauung kehrte sie in ihr Elternhaus im östlichen Galizien zurück." — Rabbiner Lichtenstein in Taxio-Szele (s. „D. E." 1890, 5. 15) hatte kürzlich in Budapest eine Zusammenkunft mit christlichen Freunden. Er scheint in der Erkenntnis des Heils fortgeschritten zu sein. Mit Spannung sehen wir der Veröffentlichung seiner neusten Schrift über das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum entgegen. — Am 23. Dezember v. I. erfolgte die Eröffnung der neuen judenchristlichen Synagoge in Kischinew. Hr. Rabinowitsch verlas nach dem Lingangsgebet i. Mose 50, 15—21, Joh. 2, 13—23 und Psalm 8§. Dann sprach er über die Bedeutung des neuen Gotteshauses. Dasselbe trägt von außen die Inschrift Ax.-G. 2, 36. Es hat etwa 200 Sitzplätze. Außer den Sabbatgottesdiensten finden an jedem Dienstag Bibelstunden statt. (Die Sakramente des neuen Bundes können hier noch nicht verwaltet werden.) Am 4. April d. I. verlor R. einen seiner eifrigsten Freunde, den Prediger Sapxhir in London. — Der nach Tomsk in Sibirien verbannte Jakob Schönmann, der dort das Evangelium verbreitete („D. L." 1887, S. 65), erhielt von der russischen Regierung Urlaub zu einer Reise in seine polnische Heimat, wo er Familienangelegenheiten zu ordnen hat. Er wünscht sich mit seinem Freunde in Kischinew über die Fortführung des Werkes in Sibirien zu beraten. — Der französische Iudenmissionsverein hat den bisherigen Hilfsmissionar Laub in Tunis in seine Dienste berufen. Außerdem läßt er durch Pastor Borloz unter den Juden Algiers missionieren. Am 12. April beging er sein 3. Iahresfest. Einnahmen 8595, Ausgaben 6761 Franks. — Miss. Arias in Rom berichtet Trauriges von dem Aber- und Unglauben der italienischen Israeliten. Ein Kranker sagte ihm: „Selbst wenn ich Sünden hätte, wären sie längst durch meine lange Krankheit bezahlt." Ein anderer Jude erklärte keine Zeit zum Studium der Bibel zu haben, da er sich mit seinen Rechnungsbüchern genug beschäftigen müsse. Ein dritter interessirt sich nur für das, was er selber schreibt. Lin jüd. Maler hatte Bilder für kathol. Kirchen gemalt, stand aber trotzdem dem christlichen Glauben ganz fern. Doch lernte A. einzelne, z. B. einen Pferdebahnschaffner, kennen, die nach dem Worte Gottes dürsteten. -VIn Abessinien wütete 1890 infolge der Raubzüge der Derwische eine Hungersnot. Auch 177 proselyten starben an Entkräftung. Nach langer Krankheit verschied in derselben Zeit der eingeborene Missionar Debtera Beroo. Dieser Iudenchrist hat Hunderte dem Christentum zugeführt. _ Empfangsbescheinigung. P. P. U.°Tr., P. K.-B. je 1. Frl. B.-R. 1,80. Fr. v. Th.-H. 2. Hr. St.-P. 2,07. Ob.-Schw. St.-H. 2,50. Sup. Z.-L. 2,62. P. L.-Fr., Fr. P. H.-N., Hr. I. w. w.-w. je 4. Diak. I. W.-A. 4,80. P. H.-N. 5. Frl. L. Cr. (S. I.) 6. V. u. durch Frl. v. R. 16. Frl. D. P. (S. X7. II) 16,90. Missionsv. d. Fr. P. H.-Schw. 60. Herzlichen Dank! Herausgeber: Pastor w. Becker, Breslau, Brüderstraße 3P I. — Preis des Jahrgangs (12 Nummern): 60 Pfennig. Druck und Kommissionsverlag von Carl Dülfer, Breslau, ssalmstraße 5.

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