Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 12 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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95 Lixpenglauben herabsinke. Nut der wird der Göttlichkeit der christlichen Wahrheit tnne, der den Willen Gottes thut/ Man führt nicht ohne Grund Klage darüber, daß der sittlich-religiöse Verfall inmitten unserer Kirche mit unter dem verderblichen Einstuß des Judentums erfolgt fei. Das konnte nur geschehen, indem die Christenheit versäumte, im thätigen Gehorsam des Glaubens zu wandeln; leistet sie diesen, thut sie den willen Gottes, so wird sie umgekehrt Israels mächtig werden. Eben darum haben wir bei unserer Arbeit an Israel ein gutes Gewissen auch unserer Kirche gegenüber. Führt diese Arbeit uns je und je zu einer Vertiefung unsrer eigenen Sünden- und Heilserkenntnis, gebietet sie uns fort und -fort, vorsichtig zu wandeln als die Kinder des Lichts, treibt sie uns zu immer größerer Treue, — dann ist es klar: die Kirche erntet auf ihrer eignen Flur hundertfältig wieder, was sie auf dem Brachlande Israel ausstreut. Indes wächst auch auf diesem Brachlande manche volle Ähre. (6?. Bericht der Ges. z. Bef. des Christentums unter d. Juden z. Berlin, S. f.) Zur? Abwehr. Ls war zu erwarten, daß man auf jüdischer Seite zur Bekämpfung des Christentums die von dem berüchtigten Moritz Schwalb in Bremen dargebotenen Waffen gerne ergreifen würde. So weist Dr. Brüll in seinen „Monatsblättern" {*890 S. 207 ff.) mit Behagen auf diesen „christlichen Geistlichen", diesen „reformierten -Prediger" hin, der „in lichtvoller weise kühne Gedanken von der größten Tragweite über das Christentum ausgesprochen" habe. Brüll erblickt in diesen Gedanken „einen geistigen Triumph des Judentums." wir können es nur bedauern, wenn jüdische Gelehrte den Worten eines pflichtvergessenen Dieners der Kirche „hohe Bedeutung" beilegen, wenn sie die Schmähungen desselben gegen das Evangelium weiteren Kreisen zugänglich machen. Edel ist eine solche Kampfweise nicht. Die Bundesgenossenschaft mit einem Manne, welcher der übermächtigen Geschichtswahrheit zum Trotz das Neue wie das Alte Testament umstößt und dabei immer noch die Stirn hat, ein kirchliches Amt zu behalten, hat etwas Entwürdigendes. Wie der aus dem Judentum hervorgegangene und trotz der Taufe den Christennamen mit Unrecht führende Schwalb von wirklichen reformierten Christen angesehen wird, zeigt der im September *889 bei der Bentheimer Hauptversammlung des reformierten Bundes von *5 Mitgliedern des letzteren (Geistlichen und Laien) eingebrachte, wegen beschränkter Zeit jedoch nicht mehr verhandelte Antrag, den wir hier zu veröffentlichen uns veranlaßt sehen: „In Anbetracht der himmelschreienden Zustände in reformierten Gemeinden der Stadt Bremen, insbesondere in Anbetracht der unerhörten Angriffe des dortigen angeblich reformierten Predigers Dr. theol. Moritz Schwalb auf das biblische Christentum beantragen wir: Die dritte Hauptversammlung des ref. Bundes wolle durch das Moderamen ein Schreiben an die schriftgläubigen Reformierten der genannten Stadt richten und durch die ref. K. Ztg., sowie durch das Bremische Kirchenblatt und auf andere geeignet erscheinende weise verbreiten, in welchem ihnen 0 unser tiefstes Bedauern über das dortige temxelschänderische Treiben ausgesprochen und 2) bie Versicherung unserer fürbittenden Teilnahme gegeben wird, in welchem sie aber 3) auch aufgefordert werden, in dem Kampf gegen die Irrlehrer nicht zu ermüden und mit allen gebotenen und erlaubten Mitteln die evangelische Wahrheit, wie sie im Heidelberger Katechismus ihre unvergängliche Bezeugung gefunden hat, geltend zu machen." Zur Begründung dieses Antrages fügten die Antragsteller folgendes bei: „0 Unser eigenes religiöses Gefühl wird aufs tiefste verletzt durch die Art und Weise, wie die Lehren nicht nur unserer Reformatoren, sondern Christi und seiner Apostel von sogen, reformierten Predigern in Bremen behandelt werden. Insbefondere empört sich unser christliches und kirchliches Bewußtsein degegen, daß der eingestandenermaßen vom Christentum völlig abgefallene Dr. Schwalb trotzdem noch auf kirchenordnungsmäßig reformierter Kanzel stehen darf. So dankenswert die in der Ref. K. Ztg. von Herrn P. Dr. Brandes gegebene Beleuchtung der Bremer Zustände ist, so wünschenswert ist es ohne Zweifel, daß der Bund als solcher Stellung zu der Sache nimmt. 2) wir sind es unseren ref. Glaubensgenossen im Ausland schuldig, unsere Stimme zu erheben. In einer Besprechung