Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 12 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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vor mehr als 50 Jahren 839) fanden die Männer, welche von der schottischen Kirche abgesandt worden waren, um den Zustand der Juden zu erforschen, diesen „bekehrten Juden von sehr sanftem und freundlichem Geist" als Missionsarbeiter in Beirut. <£. schloß sich den Abgeordneten auf ihren Reisen und bei ihrem Wirken an. Die Deputation bestand aus den Doktoren Keith und Black und den Herren Mc. Lheyne und Bonar, wies also lauter geachtete Namen auf. In der Folge (J8^8) wurde (£. Almosenpfleger und Verwalter des Hospitals der L. I. M. in Jerusalem. Seine Dienste waren beinahe unentgeltlich. Er bat den Vorstand, sie als ein dem LjErrn dargebrachtes, freiwilliges Opfer anzunehmen, und leistete sie mit dem Eifer und der Arbeitsfreudigkeit, die von seinem Charakter zur erwarten waren. Dr. Macgowan schrieb im Juli J8^8 von ihm: „Ich muß besonders erwähnen, daß ich an Herrn <£. eine kräftige Stütze habe. Er hilft mir für die zeitlichen und leiblichen Bedürfnisse der armen kranken Juden sorgen, ihre Zuneigung gewinnen und ihre Vorurteile besiegen. In seinem Verkehr mit den Juden zeigt er eine Freundlichkeit und Bindigkeit gegen sie, die ihr vertrauen gewinnt. Die Diener des Hospitals blicken mit Ehrerbietung zu ihm auf und legen ihre kleinen Ersparnisse in seine Hände." Im Jahre J858 gab <£. sein Amt in Jerusalem auf. Seine Dienste hatten die Wirksamkeit und den Ruf des Hospitals wesentlich gehoben und wurden von der £. I. M. dankbar anerkannt. In späteren Jahren arbeitete er freiwillig unter seinen armen judenchristlichen Brüdern in London, besonders in Verbindung mit dem verstorbenen Dr. Ewald. (£. war kein gewöhnlicher Mensch. Es gab wohl kaum einen Iudenchristen, welcher größere Selbstverleugnung geübt, oder innigere Liebe zu seinen Brüdern bezeugt hätte. Sein Glaube an seinen Erlöser war ein werkthätiger. Er gab sichdurch Güte und Lindigkeit kund. Gar oft sah man Thränen über seine Wangen rollen, wenn er mit vor Bewegung zitternder Stimme versuchte, die Leiden .seiner judenchristlichen Brüder zu beschreiben. Er bewies die Echtheit seiner Liebe, indem er alle seine Ersparnisse zur Unterstützung armer, würdiger Iudenchristen bestimmte. Der Kaplan der L. I. M., von dem L. in seinem hohen Alter versorgt wurde, und an dem er sehr hing, übergab seine irdischen Überreste der Ruhe bis zum Auferstehungsmorgen. Sein Grab liegt auf dem Friedhof von Ilford, nahe bei den Gräbern von Dr. M'Caul, Dr. Stern und anderen Arbeitern in derselben heiligen Sache. 2. Am 2H. Juni starb zu Leiden ein hervorragender holländischer proselyt: Dr. Philippus Samuel van Ronkel. 29 Jahre lang hatte er als Prediger der ref. Kirche seiner Heimat gewirkt und viele Seelen für den HLrrn gewonnen, an den er selbst aufrichtig glaubte. Wie als Redner wurde er als großer Gelehrter und Schriftsteller gefeiert. Geboren von jüdischen Eltern zu Groningen J829, sollte der Knabe auf den Wunsch des Vaters, eines Religionslehrers, sich zum Rabbiner ausbilden. Im Alter von H5 Jahren war er auch schon mit dem Talmud vertraut und kannte — zum Teil sogar auswendig — die meisten rabbinischen Schriftauslegungen, sowie den Schulchan Aruch, das