Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 11 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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82 berichtet. In Jerusalem wurden 3 arabische Juden getauft. Um die Sammlung der Getauften hat sich der Kaplan der L. I. 7X1., Prediger Barraclough, verdient gemacht. Der am \2. Juni \882 von ihm gestiftete judenchristliche Gebetsbund zählt jetzt 5—600 Mitglieder in den verschiedensten Ländern der Erde. An einer Betstunde die er am Samstagabend hält, beteiligen sich regelmäßig 20—30 Iudenchristen. Kerner besteht eine aus früheren Zöglingen der Missionsschule gebildete Bibelgesellschaft. In den Arbeitsanstalten zu London und Jerusalem erlernen viele der Getauften ein Handwerk. Zwei frühere Insassen der Londoner Anstalt, in der. sich im letzten Jahr 26 Iudenchristen befanden, konnten nach Vollendung ihrer Studien in die Missionsarbeit eintreten. Den Einnahmen von 35 606 Lstr. standen Ausgaben in der Höhe von 35^55 Lstr. gegenüber. Daß der jetzt regierende deutsche Kaiser, dem Beispiel seiner Vorgänger folgend, der L. I. M. einen Jahresbeitrag von 25 Lstr. --- 500 Mk. zukommen läßt, wurde schon früher in den „Dibre Lmeth" erwähnt. II. Einzelnes. \. Einen der seltenen Fälle grimmiger Feindschaft gegen das Evangelium erlebte Kolporteur Zalman auf einer Reise durch das nördliche Holland. Mährend er sich mit einem jüdischen Ladeninhaber unLerredete, kam dieser so in Mut, daß er die Tasche des Kolporteurs, in welcher die Bibeln lagen, in Stücke zerriß. — Bei einem Gespräch mit mehreren Israeliten hörte Miss. Bachert in Hamburg von einem seiner Zuhörer, mit dem er schon früher zu thun gehabt hatte, zustimmende Aeußerungen. Kaum hatte aber dieser Mann die infolge eingehender Beschäftigung mit der heil. Schrift erlangte Überzeugung ausgesprochen, daß der Messias längst gekommen sei, und zwar in Jesu von Nazareth, da fingen die übrigen an zu schreien und zu fluchen, ja, man machte sogar Miene, den mutigen Bekenner niederzuschlagen. 2. Die Empfänglichkeit für christliche Einflüsse zeigte die verschiedensten Grade. In London erzählte ein Jude, daß er früher die Vorschrift seines Vaters, den Talmud, nicht die Bibel zu studieren, nicht verstanden habe. Erst im Verkehr mit einem Missionar sei ihm dieselbe erklärlich geworden. Er betrachte jenes Gebot jetzt als einen Beweis von der Wahrheit des Lhristentums. -„Die Bibel zeigt auf Thristum hin, als den verheißenen Messias," sagte er, obwohl er zum christlichen Glauben noch nicht durchgedrungen war. — „Gott weiß es," bekannte ein gebildeter Israelit in Manchester, „wir bedürfen heutzutage eines Jesus von Nazareth, da unsere Synagoge und die Art unserer Gottesverehrung recht viele Verbesserungen und recht viel neuen Geist erheischen." — In Hüll bat eine Jüdin den Miss. Krönig, ihr mitzuteilen, wann er in seiner Kirche über das messianische Heil predige. Ihre 20jährige Tochter fragte, unangenehm überrascht: „Mutter, Du willst doch gewiß nicht hingehen und über solche Dinge predigen hören?" Aber die Frau bejahte die Frage: „Ich möchte gar zu gerne wissen, was die Lhristen mit Bezug auf unsere Hoffnungen glauben.