Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 10 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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79 ftimmung zum Übertritt der. Familie gegeben hatte. Äußere Beweggründe zu dem letztereir waren nicht vorhanden. Bei der Taufe vor einer ansehnlichen Gemeinde beantworteten alle Fünf, auch die jüngste, Sjährige Tochter, die üblichen Fragen mit einem lauten „Ja" und „Amen". Der Täufer, Pastor Tollischen, predigte über Joh. 6, 37. („The J. Intell.“ *890, S. *9 u. *09). Kurze Misstorrsriachvrchterr. Als ein erfreuliches Zeichen der Zeit ist es zu betrachten, daß das ev. Konsistorium in Posen von einem Kandidaten die Ausarbeitung einer Beantwortung der Frage verlangt hat: „Ist die Mission unter Israel nach der h. Schrift ein Eingriff in Gottes Gericht oder eine Aufgabe Seiner Kirche?" — In der Berliner I. M. G. erfolgte ein mehrfacher Personenwechsel. Der nach nur jähriger Missionsthätigkeit abgegangene pred. Schwabedissen wurde durch Kand. Bieling ersetzt, Kand. Simsa von dem Baseler Verein der Freunde Israels als Missionar nach Mähren, seiner Heimat, gesandt, Kolporteur Löwen in Lemberg angestellt, wo sich der Berliner I. M. G. ein neues Arbeitsfeld aufgethan hat. Geschäftsführer ist jetzt Herr Fiedler, Berlin S. Urbanstr. j85. Am 5. Juni wurde das Iahresfest begangen, bei welchem der Berichterstatter von jo in Verbindung mit der Gesellschaft vollzogenen Proselytentaufen reden konnte. Wie in Berlin, so missionierte man auch in der Prov. Posen, in Galizien und Rumänien. Sehr ermutigend sind die Erfahrungen, die Miss. Gottlieb in Jassy macht. Nach der letzten Iahresrechnung hatte die Gesellschaft eine Einnahme von 7\ 59^, eine Ausgabe von 56 858 Mk. — Miss. Faber in Leipzig übernahm, ärztlicher Weisung und dem Wunsch des sel. Delitzsch folgend, nach?jährigem verdienstlichem wirken ein ländliches Pfarramt (Tschirma bei Greiz), wir hoffen mit ihm, daß diese Ausspannung aus dem Missionsberuf nur einige Jahre dauern wird. Als sein Nachfolger am Seminar des Institntnm Judaicum tritt Dr. Müller, Sekretär des ev.- luth. Tentralvereins für I. M. ein. Dieser Verein arbeitet jetzt an 3 religiösen Brennpunkten des galizischen Judentums, wie notwendig gerade in Galizien die ev. Mission ist, geht u. a. aus den bekannten Gerichtsverhandlungen in Wadowice hervor. Im letzten Jahr vereinnahmte der Tentralverein *5ooo u. verausgabte \ \ 5oo Mk. Die Einnahme des mit ihm verbundenen Vereins für I. M. in Hannover betrug j6oo Mk. Der eine der beiden in Galizien neu angestellten Missionare wurde von Hannover ausgesandt. — Über den jüngst in Erfurt entstandenen Kreis von Freunden Israels werden wir, s. G. w., bald näheres berichten können. — Der französische Iudenmissionsverein feierte am *8. April sein 2. Iahresfest. Die von ihm eingerichteten Versammlungen (s. „D. L." *890, 2. 48) wurden von einer Anzahl Juden besucht. Die Zahl der verbreiteten Traktate betrug etwa jooo. Gesamteinnahme 6^79, Ausgabe 4249 Franks. Am Juni d. I. wandte sich der Vorstand mit einem neuen Aufruf zur Beihilfe an die Evangelischen Frankreichs. — 3 englische Evangelisten, die Portugal bereisten und auch Iudenmission trieben, lernten dabei die traurige Lage der Juden dieses Landes kennen, welche dort als „neue Lhristen" bezeichnet werden. Liner von ihnen erzählt in „The Christian“: „wir trafen einen Juden auf einem Omnibus, der uns sagte, daß seine Leute Hebräisch nicht mehr verständen. Anfangs wollte dieser Mann seinen Unglauben an das römische Christentum nicht eingestehen, wenn wir ihm einzelne Fragen darüber vorlegten, so nickte er bloß, weil er nicht „ja" sagen mochte. Als er sich jedoch überzeugt hatte, daß wir es redlich meinten und den Jesuitismus verabscheuten, öffnete er uns sein Herz und erzählte uns, zu welcher Heuchelei sich die Juden fortwährend gezwungen sähen. Der Mann schien ganz in Verwirrung zu kommen, als wir ihm von Jesus sagten, welcher der Israel verheißene Messias und das Licht der Welt sei. „Wie?" sagte er. „Die Priester reden uns immer vor, der Papst sei Gott, und wenn wir etwas bedürften, dann müßten wir die Jungfrau Maria anrufen, an Jesus Christus aber dürften wir uns nicht wenden." Der Mann hörte mit großer Freude von dem Evangelium und sagte, er wolle es auch selbst lesen. Um Verfolgungen zu vermeiden und