Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 9 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554970-2554980--08973-2565043- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
72 selbst viele auf. Besonders sind es die jüdischen Studenten, die mit großer Entschiedenheit gegen die Bildung jüdischer Gemeinden protestieren, da diese der Emancixation des Judentums den größten Abbruch thun würden. Sie haben ihre Kundgebungen in mehreren Blättern von Jassy und Bukarest veröffentlicht. — Unter den von der israelit. Allianz zu Paris i. I. *889 vereinnahmten 686 740 Frs. waren über 400000 von Baron Hirsch gespendet worden. — Der jüdische Schriftsteller Dreyfus behauptet in einem Pariser Blatte, Drumont, der Vorkämpfer des Antisemitismus in Frankreich, sei selber von Haus aus Jude. Seine Großeltern hätten einen Optikerladen in der Kölner Judengasse innegehabt mit dem Aushängeschild „Drei Mond" (Drumond). — Der Stadtrat in Luxemburg überwies der dortigen jüdischen Gemeinde *0000 Frs. und einen der schönsten öffentlichen Plätze zum Bau einer neuen Synagoge. — In Mailand erwarb die jüdische Gemeinde zum gleichen Zweck einen Platz für 89 000 Lire. — Im Vatikan zu Rom wird eine hebräische Bibel aufbewahrt, die 325 Pfund wiegt und so groß ist, daß 2 Männer zum Tragen derselben erforderlich sind. Im Jahre *5*2 baten reiche Juden in Venedig Papst Julius II., ihnen diese Bibel für so viel Gold zu verkaufen, als sie wog. Trotz seiner Geldverlegenheit lehnte jedoch der Papst die Erfüllung der Bitte ab. Nun hielten kürzlich mehrere der reichsten Juden in Paris im Grand Vefour eine Versammlung ab, um über den Ankauf des kostbaren Werkes zu beraten. Es wurde beschlossen, dem Papste Leo XIII. eine Million Franks für die Bibel anzubieten. — Im Mai plünderten Araber in G udmo (Algier) jüdische Verkaufsläden und überfielen die Besitzer, welche sich widersetzten. Das Militär schritt ein. Drei Araber wurden getötet, ein Polizeiagent verwundet, joo Verhaftungen vorgenommen. Ähnliche, indeß weniger ernste Vorgänge sollen auch in Lonstantine, Jemanappes und Guedgenati vorgekommen sein. — Ein Herr Kaiser-Guyer wird in Tor, am Fuße des Sinai, unterstützt von einer Anzahl wissenschaftlicher Gesellschaften, ein Hotel errichten. Das ganze Gebiet ist für Geologen, Botaniker und Geschichtsforscher ein noch halb verschlossenes Buch, zumeist aus dem Grunde, weil es immer an der,.nötigen Unterkunft fehlte. Durch die Erbauung eines Hotels hofft man diesem Übelstande abzuhelfen. Da die Verbindungen über das Rote Meer auch sonst gut sind, zweifelt man an dem Erfolg eines derartigen Unternehmens nicht. — Die Einwanderung russischer Juden in Capland hat in den letzten Jahren einen solchen Umfang genommen, daß in Johannisburg^ wo *0000 russische Juden wohnen, eine Zeitung in jüdischer Sprache (Jargon), „Der afrikanische Israelit", erscheinen kann. Die Juden befassen sich dort ausschließlich mit dem Handel von Straußenfedern, Goldsand und Elfenbein, viele sind bereits reiche Leute. ___ Zit Luk. 19, 14 uud 13, 34 f. Jerusalem, wie hell hat über dir das Gnadenantlitz deines HErrn geleuchtet! Er kam zu dir in reiner Himmelszier, Das Aug' vom Thränentau der Lieb' befeuchtet. Doch wie er deine Kinder auch gelockt Mit lautem Liebesruf, ein treuer Retter: Sie hörten nicht, sie fluchten ihm verstockt. Nun stürzen dich dahin Jehovahs Wetter. (G. Küchle.) Anerbieten. Allen Missionsfreunden, besonders allen Geistlichen, welche christliche Schriften an Israeliten zu verteilen oder auszuleihen wünschen, senden wir solche gerne unentgeltlich und portofrei zu. Um zahlreiche Bestellungen bittet der Herausgeber dieses Blattes. Ebenderselbe ist stets bereit, Israeliten unentgeltlichen Unterricht in der christlichen Religion zu erteilen, sowie predigten oder Vorträge über die Judenmission (zunächst in Schlesien und Posen) zu halten. Anzeige. Christliche Feier des jüdischen Versöhnungstages: Dienstag, den 23. September, 7 Uhr abends, im Brüdersaal zu Breslau, Vorwerksstraße 28. Berichtigung. Nr. *, S. 7, Z. *4 von unten lies: „7000 antisemitische Katechismen" (statt Kalender). Herausgeber: Pastor w. Becker, Breslau, Brüderstraße 3F I. — Preis des Jahrgangs (*2 Nummern): 60 Pfennig. Druck und Aommissionsverlag von Larl Dülfer, Breslau, ssalmstraße 5.