Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1890-01-01 · 5 (1890) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
5 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554970-2554976--08936-2565002
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

o9 scheint eine russische Übersetzung des Talmuds. Der Bearbeiter ist M. Basilewsky Lu Slatopol. — vouseiten der russischen Negierung wird die Einschränkung der Rechte der Juden immer weiter ausgedehnt. — Der jüdischen Gemeinde in Athen wurde von der griechischen Regierung ein Platz neben dem Theseustempel unentgeltlich zur Errichtung einer Synagoge überlassen. — Der von König Humbert von Italien zu seinem Leibarzt ernannte Dr. Vivante ist ein Jude. — Im Januar d. I. hielten die französischen Antisemiten in Neuilly-sur-Seine eine stürmische Versammlung ab. Auch Drumont, der Verfasser von „La France juive“ und „La fin cVun inoncle“^; trat bei derselben auf. Gegen die dort gebrauchten Äußerungen protestierte der im vorigen Jahr zum Großrabbiner von Frankreich gewählte frühere Großrabbiner von Paris, Zadoc Rahn, in einer Zuschrift an „Le Temps.“ Er erklärte, die Sprache jener Judenfeinde sei „weder französisch, noch christlich, noch menschlich." Rahn ist 5 l Jahre alt und aus Mommenheim im Elsaß gebürtig. Er wird als ein hochgebildeter Mann gepriesen. — In Brighton starb am 2{. Januar der Londoner Mberrabbiner Adler im Alter von 87 Jahren. Derselbe war \8^2 von Hannover nach London berufen worden. — Rach fünfjährigen Bemühungen hat die englische Gesellschaft für die Erforschung Palästinas von der Pforte den Firman zu Ausgrabungen erhalten. Alle gefundenen Gegenstände, mit Ausnahme von doppelt vorhandenen, müssen in das Museum von Ronstantinopel abgeliefert werden. Die Beamten der Gesellschaft dürfen jedoch Skizzen, Modelle nnd Photographieen von allen entdeckten Gegenständen nehmen. Die Ausgrabungen werden unter Leitung des Mr. Flinders Petrie stehen. — Die altehrwürdige Abrahamseiche bei Hebron, die ihre weit ausgebreiteten Äste schon lange nur mit vielen Stützen hatte tragen können, stürzte im Frühjahr ^889 bei einem starken Sturm zusammen. — Der amerikanische Gelehrte Wilbour, einer der ersten Renner, und Sammler egyptischer Altertümer, ist, wie. er in einem aus Luxor, dem alten Theben, vom 28. Januar d. I. datierten Briefe meldet, durch Ankauf in den Besitz eines mit 32 Schriftkolumnen in Hieroglyphen bedeckten Steines gelangt, dessen Bedeutung für die Geschichte Josephs in Egypten nach der mitgeteilten Abschrift nicht zu unterschätzen ist. Der Text, welcher in deutlichen Zeichen die Titel eines bisher vollständig unbekannten Pharao aufführt, erzählt, wie in dem Regierungsjahre desselben ein gewisser Ehit-he versucht habe, durch religiöse Handlungen und sonstige Mittel „bei dem sehr großen Unglück infolge der während der Zeit von 7 Jahren nicht eingetretenen Nilüberschwemmung" ein weiteres Unglück zu verhüten. Diese Nachricht paßt vollkommen auf die biblische Überlieferung von den 7 teuren Jahren, welche Joseph dem Pharao seiner Zeit, geweissagt hatte. Auch in einer anderen Inschrift aus einem Grabe bei El-Rab, deren Abfassung in die Zeit zwischen \8oo und 4700 v. Ehr. fällt, ist die Rede von „vielen Jahren der Hungersnot", welche damals in Egypten geherrscht habe. — Lin.Neu-Horker Rabbiner, Dr. S. Heubsch, veröffentlicht eine von ihm angefertigte Übersetzung der Sprüche Salamos ins Volapük, die von Pfarrer Schleyer erfundene Weltsprache, die schon über zwei Millionen Anhänger in allen Weltteilen zählt und von mehr als 3o Zeitschriften vertreten wird. — Bei einer in Neu-Hork stattgehabten Versammlung von Abgeordneten jüdischer sozialistischer Arbeitervereine wurde die Gründung einer Arbeiterzeitung in jüdischer Mundart und hebräischen Buchstaben beschlossen. Die Frage nach der Richtung, welche dies Blatt vertreten solle, führte zu einer Spaltung der Versammlung. Jede der einander bekämpfenden Parteien wird nun eine Zeitung in ihrem Sinne herausgeben. Kttvxe Miffronsrmchrichten. (I.) Das Berliner studentische Iudenmissionskränzchen (Instit. Jucl.) zählte im verflossenen Winterhalbjahr 20 Mitglieder. Unter der Leitung von Professor Strack las man den talmudischen Traktat Ioma und die de le Roi'sche Geschichte der Iudenmission. Der Verein besitzt eine kleine Bibliothek. — Der ^886 gestiftete Iudenmissionsverein in Mecklenburg-Schwerin hielt seither vier Generalversammlungen ab, infolge deren die Mitgliederzahl auf *30 stieg. Die \887 und *889. erbetene Freigebung einer Rirchenkollekte für die Iudenmission wurde von der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.