Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 3 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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2Z man sich die Freiheit nehmen, mündlich wie schriftlich den uns gewordenen Auftrag zu erfüllen. Dagegen wurde demselben Briefschreiber das Recht bestritten, die Abhängigkeit des Neuen Testaments von dem jüdischen Schrifttum und der Lehren Christi und seiner Apostel von denjenigen eines Gamaliel zu behaupten^ Auch galt es gegenüber der Erhebung des Talmuds die Überlegenheit der christlichen Glaubens- und Sittenlehre über die talmudische ans Licht zu stellen. Eineähnliche Antwort hätte die folgende Zuschrift erfahren, wenn ihr Verfasser sichin derselben genannt hätte: „Ew. Ehrwürden überreiche ich die mir gesandten Missionsschriften mit dem besten Danke zur gesi. anderweitigen Benutzung. Ich fühle mich, da ich mir in meiner Handlungsweise als Mensch keines Unrechtesbewußt bin, auch als Jude recht zufrieden und glücklich und möchte Sie im Interesse der Allgemeinheit bitten, Ihre Bekehrungsversuche, wenn Sie wirklich ein Freund der Menschheit sein wollen, zu unterlassen. Jeder muß nach seiner Fayon selig werden. Solche Schriften können nur den Zwiespalt der Konfessionen fördern» Ein freisinniger Jude." Nicht immer wurden die äußeren Formen, deren sich Gebildete im Briefwechsel bedienen, von den Einsendern beobachtet. Zweimal äußerte sich der Unmut über die Mission in einer beleidigenden Fassung der Adresse. Anständige Kämpfer werden nie zu solchen Waffen greifen. — Am *7. Januar v. I. wurde das Gedächtnis eines der edelsten Proselyten der neueren Zeit, des Professors A. Neander, auch in Breslau festlich begangen, vgl. „Dibre Emeth" *889 Nr. 4. Gottlob fehlt es unter den Christen aus Israel, die wir kennen, nicht an solchen, die wie der berühmte Gelehrte ihrem Namen Ehre machen. Wie in früheren Jahren versammelten sich auch *689 einige bedürftige proselyten am Weihnachtsabend in der Wohnung des Missionärs, um die von der Liebe ihrer jetzigen Glaubensgenossen gebotenen Gaben entgegenzunehmen. — Unsere Missionsfreunde finden sich in den sonntäglichen Gottesdiensten und in den monatlichen Missionsstunden, in denen über die Arbeit unter Israel berichtet wird, zusammen. Einige Frauen und Jungfrauen vereinigen sich in den Wintermonaten zu gemeinsamer Landarbeit für Missionszöglinge. Die Mitglieder des „Schles. Vereins von Freunden Israel" steuerten zur Bestreitung der Saalmiete und anderer Ausgaben 323,20 Mk. bei. Der proselytenknabe, welcher *887 einer Rettungsanstalt übergeben und hier auf Kosten des Vereins erzogen wurde, erlernt seit seiner im Jahre *889 erfolgten Konfirmation und Entlassung aus dieser Anstalt das Tischlerhandwerk, von der Beihilfe, welche der studentische Missionsverein an seinem letzten Iahresfest der Iudenmission gewährte, hat unser Blatt schon früher erzählt (*889 S. 79). Die für den *8. September angesetzte Feier eines Missionsfestes im Freien wurde leider durch anhaltenden Regen verhindert. Doch bot sich sonst in größeren und kleineren Versammlungen Gelegenheit, um Teilnahme an unserm Werk zu werben. Allen Förderern des letzteren danken wir herzlich. Bei der Einsendung einer Geldspende für die Mission bemerkte ein Geistlicher in der Provinz Sachsen: „Unermüdlich senden Sie mir die „Dibre Emeth", ohne daß ich bisher jemals darauf reagiert habe. Ich kann das nicht länger mitansehen" u. s. w. Möchte dies Beispiel viel Nachahmung finden! Je mehr Empfänger des Blattes es „nicht länger mit ansehen können", daß ihnen Freiexemplare statt bezahlter zugehen, desto mehr Leser können dem Blatte zugeführt werden. Gmpfarigsvescheiriigimg. P. B.-Vorw., Sup. R.-Fulda, P. L.-Gr. R., P. D.-Schm. je 0,60. P. C.- Rhf. 0,90. Frl. Schn.-Tüb., P. U.-Tr., Bisch. M.-B., P.vr. K.-Bütz. je *. Miss. B.- Paris *,20. (D. Schw. St.-Hbg. 2,50. Frl. B.-Gndb. 2,75. Pfr. V.-Ill. und P. M.-Nend. je 3. Hr. w.-wiesb. u. Hr. v. Schw. je 4. Fr. v. R.-Str. u. Fr. v. R.- Kl. je 6. P. M.-Wldschw. 6,92. Frl. E.-Rohr 8,50 Frl. v. R. 9. Fr. I. w.- Alt. *0. Frl. L.-Alt. *0,60. P. D.-Barr *6. Hr. Br.-Frkf. a. M. *8. Frl. M. M.-Gerl. 26,50 (2*,50 + 5.) Herzlichen Dank! Herausgeber: Pastor w. Becker, Breslau, Brüderstraße 3P I. — Preis des Jahrgangs (*2 Nummern): 60 Pfennig. Druck und Aonnnissionsverlag von Carl Dülfer, Breslau, Palmstraße 5.