Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 3 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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^ine Eingebung dem jüdischen Gemüt so mächtig aufgedrängt wurde,, .ein ernstes Forschen hervorgehen! Möge ihre Wirkung die Antwort sein: „Ich habe Ihn gefunden!" Der auf dem „vorwärts" erhaltene Eindruck trieb mich vorwärts. Da sich Juden aus allen Bezirken der Hauptstadt in Hildiz einfanden, mm den Kaiser zu sehen, so ging ich am Sonnabendabend dorthin. Ein gelehrter Thacham und seine Schüler gesellten sich zu mir. Mein Herz war voll, und ich glaube, auch die ihrigen, „welch' ein Anblick wird es sein," rief ich plötzlich aus, ohne irgend eine Einleitung, „welch' -ein Anblick, wenn der König der Könige tit Seiner Herrlichkeit wiederckommen wird, er, den Ihr suchet, der Schiloh, der Ruhm des Sitzes der Barmherzigkeit, der Erlöser, der Trost Israels! welche Menge (denn er ist das verlangen aller Völker) wird Zeuge seiner Ankunft fein! Nur wird dieser herrliche Tag zugleich ein schrecklicher, furchtbarer Tag sein, denn wer wird den Tag seiner Zukunft erleiden? wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist gleich einem .läuternden Feuer." (Mal. 3, 2.) Mein gelehrter Begleiter hatte etwas erwartet, aber meine Worte kamen doch nach seiner eigenen Aussage wie ein Donnerschlag. „Ls ist ganz wahr, ganz wahr, was Sie sagten, und ihre Worte sind aus dem „Thenach" (der Bibel)", sagte er. Dann führte der Lhacham, der Sprecher, viele Stellen an, um meine Äußerungen zu bekräftigen. „Nur sind wir," fügte er hinzu, „durchaus gegen den Ausdruck: „wieder". Lr ist noch nicht gekommen, um wiederzukommen." Ls war nicht nötig, aus der Schrift sein erstes Kommen als eine vollendete Thatsache zu beweisen. Sie kennen sie auswendig, mnd doch verwarfen sie die christliche oder die einzig wahre Anschauung, .die man von jenen Weissagungen haben kann, welche durch schon lange bestehende Thatsachen beleuchtet worden sind. Zu den guten Folgen des Kaiserbesuches in Konstantinopel rechnen wir die auf die Fürbitte der deutschen Kaiserin vom Sultan gewährte Erlaubnis zum Ausbau der evangelischen Kirche in Bethlehem. Schon im Frühjahr ^689 war der für Schulzwecke bestimmte Unterbau vollendet. Aber die Genehmigung zur Inangriffnahme des Oberbaus/der eigentlichen Kirche, fehlte, und so konnte das Werk nicht weiter gefördert werden. Alle Bitten blieben vergeblich. Hierüber vergingen Sommer und Herbst. Da kam endlich im November die Freudenkunde, der Kaiserin sei in einem Augenblick gelungen, was alle Unterhandlungen nicht hatten erreichen können. Palästina — das bedeutendste Land der Erde. Dort, wo Europa, Asien und Afrika sich fast berühren, an dem Meere, das seine Wogen Jahrtausende hindurch an die Gestade der weltbeherrschenden Völker gespült hat, ist ein kleines Land, wenige <Nuadratmeilen groß, eingefügt, das alle anderen Länder an Bedeutung überragt. jDalästina, ein kurz abgefertigtes Land der menschlichen Geographie, wie kommt es dazu, das Hauptland der göttlichen Geographie zu sein? Aus diese Frage giebt es nur eine Antwort, und diese Antwort ist selbst eine Frage: „wer hat des HErrn Sinn erkannt? Mder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas