Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 12 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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96 der Täufling antwortete: „Ich entsage dem allen." hierauf wurde das Apostolische- Glaubensbekenntnis von jedem einzelnen laut und vernehmlich gesprochen. Auf die zweite Frage: „Willst du auf diesen Glauben getauft werden?" antworteteder Täufling: „Das ist mein Wille." Die letzte Frage lautete: „willst du den. heiligen Willen Gottes und seine Gebote gehorsam halten und alle Tage deines Lebens darin wandeln?" Antwort: „Ich will mich mit Gottes Hülfe bestreben,, solches zu thun." hierauf sprach der Geistliche wieder ein Gebet, und der Chor sang mit Begleitung des Harmoniums das Amen. Dann erfolgte die eigentliche Taufe. Jeder der Täuflinge schritt einzeln zum Taufbecken und kniete nieder. Der Geistliche sprach dann die bei jeder Taufe üblichen Worte: „Ich taufe dich im Namen des Vaters rc.", wobei er dem Täufling dreimal das Wasser auf den Scheitel sprengte. Nach der Taufe sprach der Geistliche über jeden einzelnen der Getauften den Segen, indem er ihn mit dem bei der Taufe erhaltenen Namen anredete. Ls folgte noch der Gesang: „Ich bin getauft auf deinen Namens worauf der Geistliche der Gemeinde den Segen erteilte. Mt dem Schlußgesang, und dem stillen Gebet erreichte die feierliche Handlung ihr Ende. Gebettet. Zwei Knaben tummelten fich in munterem Schlittschuhlauf auf dem spiegelblanken Life der Mottlau zu Danzig. Die blonden Locken des einen flogen ihm um sein leuchtendes Angesicht, und seine großen blauen Augen schauten wonneselig in die weite Ferne hinaus. Da kracht das Eis plötzlich unter seinen Füßen, und Johannes versinkt samt seinen Träumen und Luftschlössern in den eisigkalten Fluten. Mit lautem, gellendem Schrei wirft sich sein Bruder auf dem Eise nieder, packt Johannes bei den goldenen Locken und schreit was er kann: „Hilfe, Hilfe!" Aber die Männer am Ufer wägen die große Gefahr, und daß das Lis sie nicht tragen würde. Sie rufen dem Knaben zu: „Mache, daß du dich selber rettest! Der andere ist doch verloren." Aber der Knabe läßt nicht los, erweicht nicht vom Platze. „Helft, helft! Ich kann doch meinen Bruder nicht sterben lassen. Ich werde doch meinen Bruder nicht üntergehen lassen." Da ermannen sich die Männer, sie kommen mit Stricken und Stangen herbei und unter viel Mühe und durch große Brudertreue ward Iohannes Falk gerettet. Nie hat es der Gerettete seinem Bruder vergessen, was Gott an ihm durch solche Brudertreue gethan. Und als ihm erst ein Verständnis aufging für den, der uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, vom Tod und von der Gewalt des Teufels mit seinem teueren Blute, da ward für Iohannes Falk, den Geretteten, das Retten der verlorenen seine Lebensaufgabe. Hat er auch vielleicht keinen Bruder aus der Mottlau herausgerettet, so hat er doch ungezählten Thüringer Knaben und Iünglingen die rettende Hand entgegen gestreckt und sie aus der grausamen Grube des Sündendienstes und Iammerlebens herausgerissen und ihren Fuß und ihr Leben auf den guten festen Grund gestellt, von welchem aus sie wieder anderen das Rettungsseil der gläubigen Liebe zuwerfen konnten.— Gerettete, eilet und helfet retten, was zu retten ist! Es ist das lohnende, selige Arbeit. (Blätter aus dem Diakonissenhause zu Halle a. d. S. *889 S. 7.) Preisermäßigung, von der Schrift „Immanuel Tremellius, ein proselyten- ' leben im Zeitalter der Reformation" (55 S. 8°) werden die noch übrigen Exemplare der ersten Auflage zum halben Preis verkauft: statt für 60 für 30 (mit Porto ^0) pfg. Bestellungen nimmt an der Herausgeber der „Dibre Emeth." wer ein Titelblatt mit Inhaltsverzeichnis für den abgelaufenen Iahrgang. der „Dibre Emeth" zu besitzen wünscht, wolle dies bei der Einsendung des Iahresbetrages (60 Pf., am einfachsten in Briefmarken) bemerken. Herausgeber: Pastor W. Becker, Breslau, Brüderstraße sk I. — Preis des Iahrgangs (42 Nummern): 60 Pfennig. Kommissionsverlag und Druck von Carl Dülfer, Breslau, jDalmstraße 5.