Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 8 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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64 0 Zwischen den Jahren 98 und 117 n. Chr. lebte der römische Kaiser Trajan.. Unter ihm war der jüngere plinius, der 5 Jahre vor Trajan starb, Statthalter von Bithynien. Beide wechselten Briefe mit einander über das Verhalten gegen die Christen, von denen plinius sagt, daß sie nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Lande verbreitet seien. 2) Der römische Geschichtsschreiber Tacitus starb noch 2, Jahre früher als plinius, also \\o. Er kennt und nennt den Urheber des , Christennamens: es ist „der unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus Hingerichtete Christus." Er weiß von einer Verfolgung der römischen Christen durch Nero, die i. I. 6q. stattfand. 5) Auch der Jude Josephus, über dessen Charakter uns Dr. R. in seinem Vortrag belehren will, ist mit, der Geschichte Jesu, des „sogenannten Christus" und des 'Jakobus, des von dem Hohenpriester Ananus zum Tode durch Steinigung verurteilten Bruders Jesu, bekannt. Selbst dann, wenn sich in seinen Schriften keine Andeutungen in dieser Richtung fänden, dürften wir daraus nicht schließen, daß das Christentum zu seiner Zeit noch garnicht bestanden oder noch gar keine Beachtung gefunden habe. Das wäre ebenso thöricht, wie wenn jemand aus der Nichterwähnung des Josephus im Talmud, auf welche Dr. R. aufmerksam macht, folgern wollte, die Nachrichten von dem Leben und wirken dieses Mannes seien erdichtet, was einer der größten Forscher auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft, Leopold von Ranke, über die L)auptstelle.bei Josephus (Antiq. Jud. XVIII, 3, 3) urteilt, ist in den „Dibre Lmeth" von J888 S. ^<b f. zu lesen. Ebendort wird der neusten Kritik der Aussagen des Tacitus durch Dr. Arnold gedacht. 4) Den stärksten Gegenbeweis gegen die Behauptung von Dr. R. liefern das neutestamentliche Schrifttum und die ältesten Werke der nachaxostolischen Schriftsteller. Wir verweisen z. B. auf Röm. *3; \o, 18; \\f x—5. \3. 30 f.; 15, \8 ff. 23. 3*. Sollte es einem Mann der Wissenschaft angesichts solcher Stellen des Römerbriefes, einer i. I. 59 unserer Zeitrechnung zu Korinth entstandenen Schrift, deren Echtheit und Glaubwürdigkeit über allen Zweifel erhaben ist, sein Gewissen erlauben, jene These aufrecht zu erhalten? vor dem Hellen Licht, welches die Geschichte auf das erste christliche Jahrhundert fallen läßt, und in welchem wir die weltbewegende Wirksamkeit der ältesten Kirche erkennen können, löst sich auch die andere unverständige Behauptung von Dr. R. in ein Nichts auf, wie der Nebel vor der Sonne verschwindet. Nicht „die Verbindung des Judentums mit dem Heidentum" durch Paulus, den „Mann des Kompromisses", sondern Christus selber,. der verheißene König der Juden, „bahnte das Christentum an", die aus dem Alten Testament, als. ihrer Blüte, erwachsene Wellreligion. Wir wünschen von Kerzen, daß Dr. R. und alle Lehrer und i?örer der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, in deren Dienst er seinen „populär-wissenschaftlichen" Vortrag gehalten hat, ja alle seine zur Zeit noch in Vorurteilen befangenen Stammesgenossen diese reife, köstliche Frucht würdigen und genießen mögen! Empfangsbescheinigung. Fr. Schl.-Sieg. u. P. P.-Gr. je 0,60. Hr. C. Kl.-Elb. u. P. Bl.-Saab. je 3. Frl. Cr. (S. I) 6. Frl. D. P. (S. y. II) 7,80 Frl. B. Elf.-Rohr 8 P. V.-U. 2. (5-Fl.) 8,57. Mifsionsv. i. Gerl. 20. Herzl. Dank! Gaben für die unentgeltliche- Verbreitung der „Dibre Emeth" find sehr willkommen. Gottesdienste für Christen und Israeliten: an jedem Sonntagnachmittag von q bis 5 Uhr im Drüderfaal zu Breslau, Vorwerksstraße Nr.. 28. Herausgeber: Pastor W. Becker, Breslau, Brüderstraße 5k I.' — Preis des Jahrgangs (12 Nummern): 60 Pfennig. Kommissionsverlag und Druck von Larl Dülfer, Breslau, ssalmstraße 5.