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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 8 (1889) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
8 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gin Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. ibre Wmih 45. Jahrgang. — 1889. Inhalt: Der Weg zum Frieden. — Im Iudenviertel von Marokko. (Schluß). — was dünket euch von Christo? — Lin Märchen von Dr. Rosenzweig. ~ Empfangsbescheinigung. — Gottesdienste. ... Der Weg;um Frieden. I. „Ls müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um niemer Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen." So sangen die Rinder Israel in ihrem Wall? fahrtspsalme, wenn^sie nach Jerusalem, der hochgebauten Stadt, der perle des Landes, der Wonne des Volkes, zu heiligen Festen hinaufzogen. Und diese Sehnsucht nach Frieden ist ein sehr beachtenswerter Zug in dem geistigen Antlitz dieses Volkes. Zwar herrscht der Unfriede unter den Rindern aller Völker, weil die Sünde alle von Gott getrennt,, mit Angst erfüllt und unter einander verwirrt hat. Aberdas Volk allein, dem sich Gott als heiliger, die Sünde hassender Gott geoffenbart, dem er sein Gesetz als Spiegel, der Selbsterkenntnis vorgehalten, weiß, daß der Unfriede aus der Sünde stammt, fühlt den Unfrieden als Trennung von Gott und sehnt sich mit ganzer Macht nach dem Frieden, der da ist in Vergebung der Sünden, in der Rindesgemeinschaft mit dem Vater im Fimmel. So klingt denn aus Israels Wegen der Gruß der Rinder Israel hinüber und herüber: „Friede sei mit dir!" So dringt denn aus ihrer Brust der Seufzer zu Gott: „Ls ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. Ach, daß ich hören sollte, daß Gott, der HLrr, redete, daß er Frieden zusagte seinem Volke und seinen heiligen, auf daß sie nicht auf eine Thorheit geraten!" So wird der wunderbare-, der das Volk von seinem Abfall zu Gott zurückführen soll, „Friedefürst" genannt. So wird von dem Reiche, das er gründen soll, geweissagt: „Seine Herrschaft wird groß werden und des Friedens kein Lnde in seinem Königreich!" Und der Friedefürst ward in diese Welt geboren unter dem Gesang der himmlischen Heerscharen: „Friede auf Lrden!" Und er wandelte durch das Land hin, das Friedenskind Gottes, Frieden den Kerzen, den Däusern, dem ganzen Volke anbietend. Aber er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Er stand vor Jerusalem, und die heilige Stadt erkannte nicht, was zu ihrem Frieden diente. Lr sehnte sich, die Rinder, die in ihr versammelt waren, wie die Henne ihre Küchlein, unter den Flügeln seiner friedebringenden Barmherzigkeit zu sammeln, und sie haben nicht gewollt'. Line kleine Schar nur sammelte sich um ihn. Die ließ sich ins tiefste Herz sagen das Wort des zum

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