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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 6 (1889) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
6 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mn Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. V M.«. ' f_;_._ Inhalt: Zum [5. Juni \889. — Die 70 Wochen im Buch Daniel. — Aus einer predigt von J. Rabinowilsch. — 3m Iudenviertel von Marokko (Fortsetzung). — wer nach Jerusalem reisen möchte. — Allerlei Missionsnachrichten. — Bücherbericht. — Empfangsbescheinigung. Zum 15. Juni 1889. Die Wiederkehr des Tages, an welchem unser Kaiser Friedrich nach qualvollen, aber geduldig ertragenen Leiden die Augen schloß, veranlaßt uns, dem in der Nummer 9 des vorigen Jahrgangs dieser Zeitschrift stehenden Nachruf einige weitere Mitteilungen beizufügen, die zur Charakteristik des - Entschlafenen dienen. Als derselbe im Winter (869 in Jerusalem weilte, besuchte er auch das evangelische Krankenhaus auf dem Berge Zion. Nun lag dort gerade ein schwarzes Mägdlein von drei fahren krank darnieder. An diesem Kinde hatte der preußische Königssohn besondere Freude. Mit seiner herzgewinnenden Leutseligkeit schaute er der Kleinen in die matten Augen, spielte mit ihr und streichelte und herzte sie, nachdem er sich vor dem Bettchen auf ein Knie niedergelassen hatte. Das erfreute Kind stammelte mehrmals leise ein kurzes, arabisches Wort. „Was will sie nur?" fragte der fürstliche Besucher. „Königliche Hoheit", antwortete eine Diakonissin, „die Kleine sagt: „Ich liebe Dich!"" — Die Dorfkirche zu - Golm (hinter Bornstedt) besitzt eine kleine Stiftung Kaiser Friedrichs, die bis jetzt wenig bekannt war. Don einem schwarzen Rahmen umgeben, befindet sich auf weißem Papier eine Anzahl getrockneter Pflänzchen, die der damalige Kronprinz gelegentlich seines Besuches von Palästina selbst gesammelt hat. Unter jedem derselben steht, von der Hand des hohen Sammlers , selbst geschrieben, der Ort, an welchem es gepflückt ist: „vom Olberg", „Aus Gethsemane", „vom Tempel", „vom heiligen Grabe" u. s. w. Über dem Ganzen ist zu lesen: „Pflanzen von den heiligen Stätten in und bei Jerusalem. Für die Sakristei der Kirche zu Golm geschenkt im Jahre J869- Friedrich Wilhelm, Kronprinz." —- Zu den Lieblingsliedern des kranken Kaisers gehörte außer dem bekannten: „wenn der HLrr ein Kreuze schickt, Laßt es uns geduldig tragen", auch das herrliche englische Lied von T. Wesley: „«fesu, Lover, of my soül.“ Liner englischen Quelle entnehmen wir die Nachricht, daß die Melodie dieses Liedes am. \8. IZuni \888 von der Kürassiermusik gespielt würde, während man den Sarg aus dem Schloß Friedrichskron trug. Die drei Verse (so viele hat das Lied im anglikanischen Gesangbuch, indem der schottischen Freikirche finden sich d lauten in unvollkommener Übersetzung:

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