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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 5 (1889) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
5 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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HO Verteidigung sich beteiligt, aber er würde sich und sein Vaterland zu entehren geglaubt haben, wenn er zu einem Meuchelmord ermutigt hätte." — Seit dem 26. November v. I. erinnert eine Büste des Sir George Jeffel die Besucher des Justizpalastes in London an diesen *883 verstorbenen ersten englischen Richter jüdischer Herkunft. — Lin eigenartiges Kunstwerk hat ein Herr Jacobs in London ausgestellt: ein Gebet für das königliche Haus in hebräischer und englischer Sprache, welches mit einem Diamanten auf eine Glasscheibe eingegraben ist. — Am 23. Dezember starb zu Twickenham ein eifriger Förderer der Kolonisierung Palästinas durch die Juden: Laurence Oliphant. Lin Gesinnungsgenosse desselben, Dr. Merton Sivertha, früher Rabbiner in Chicago, kam im letzten Sommer nach Glasgow, um in Großbritannien eine Bewegung zu Gunsten der Wieberaufrichtung Palästinas, für welche er gründliche Studien gemacht und genaue Pläne ausgearbeitet hat, ins Leben zu rufen. Daß ein derartiges Unternehmen unter Umständen Erfolg haben kann, ist auch das Urteil von Ankel, dem Verfasser der Schrift: „Grundzüge der Landesnatur des Westjordanlandes", *887. Lr sagt: „Die natürlichen Verhältnisse des Westjordanlandes gestalten, unter der Voraussetzung der thatkräftigen Beihilfe der Menschen, eine Verjüngung, eine Wiedergeburt des Landes. Es kann wiederum, was es einst gewesen, ein Land voll Milch und Honig werden, kann wieder für die zivilisierte Welt von hoher Bedeutung sein und eine ähnliche Blüte schauen, wie in den Tagen Davids und Salomos." — Lin Israelit in Konstantinopel, Herr Oskar Strauß, der Gesandte der vereinigten Staaten von Nordamerika, erwirkte bei der türkischen Regierung die Erlaubnis zum Druck türkischer Neuer Testamente und Traktate. — In Sana, dem „Eldorado Arabiens", trat ein Jude, Josef Abdallah, mit der Behauptung auf, er sei der Messias und werde seine Glaubensgenossen in das Land ihrer Väter bringen. Er besitzt erhebliche Geldmittel und zahlreiche Anhänger, obwohl ihn der Oberrabbiner von Sana kräftig bekämpft. — Die weitausgedehnten Gärten und wiesen von Hilleh am Euphrat, d. h. fast der ganze Boden der alten judenfeindlichen Stadt Babylon, sind jetzt im Besitz von zwei Juden. Die beiden, Menachem Suleiman Daniel Effendi und Menachem Zalach Daniel, sind Vettern. Der letztere vertrat im türkischen Parlament von \876 Bagdad.. — In demjenigen Teil von Persien, dessen Generalgouverneur der Prinz Zil-us Sultan ist, erfreuen sich die Juden eines besonderen obrigkeitlichen Schutzes. Der Prinz, ein Sohn des Schahs, hat schon mehrfach aus seiner eigenen Tasche die Steuern bezahlt, welche die Juden nicht erschwingen konnten. Zu seinem Bezirk, der etwa den dritten Teil des ganzen Reiches ausmacht, gehört 3. S. Ispahan. — Im Juli J888 forderte eine jüdische Zeitung in Neu-Pork zum Lesen des Neuen Testamentes auf. Wie man auf christlicher Seite das Alte Testament und die jüdische Geschichte studiere, so müsse der Jude die Geschichte und Auslegung des Neuen Testamentes kennen lernen, um über dasselbe urteilen zu können. Ein verächtliches Ignorieren des letzteren sei eine Beleidigung gegen die nichtjüdischen Nachbarn. Insbesondere sei das Studium des Neuen Testamentes zum Lehrplan eines jüdischen Seminars zu rechnen. In einigen Städten Nordamerikas strebt man darnach, die Sabbatfeier auf den Sonntag zu verlegen. Ein Rabbiner in Chicago läßt seine Synagoge am Sonnabend verschlossen und hält am Sonntage den Gottesdienst ab. Ein anderer in Philadelphia veranstaltet Gottesdienste an beiden Tagen. Ein dritter in Lleveland will zwar von jener Verlegung nichts wissen, hält aber jeden Sonntagvormittag einen Vortrag in seiner Synagoge. Am letzten Sonntag i. I. \888 sprach er über Luther, in dem er einen der größten Männer erblickt. Gottesdienste für Christen und Israeliten: an jedem Sonntagnachmittag von 4 bis 5 Uhr im Arüderfaal zu Breslau, Vorwerksstraße Nr. 28. Herausgeber: Pastor w. Becker, Breslau, Brüderstraße 3k, I. — Preis des Jahrgangs (\2 Nummern): 60 Pfennig. Ronimissionsverlag und Druck von Carl Dülfer, Breslaussalmstrciße 5.

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