Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 3 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Rinder, welche i. I. J887 mit uns Weihnachten feierten, werden jetzt leider noit dem Besuch der Rindergottesdienste durch ihren Vater abgehalten. Am Sommerfest der Sonntagsschule (6. Juni) und an ihrer Weihnachtsfeier (23. Dezember) beteiligten 'sich außer den Rindern auch viele Angehörige derselben. — Einige Sonntagsschullehrer und -Lehrerinnen waren bei Proselytentaufen als Zeugen zugegen. Es war dem Missionar sechsmal vergönnt, einem Rinde Abrahams die Pforte zum Heiligtum des neuen Bundes zu öffnen. Von den 6 getauften (3 Männern und 3 Frauen) stammen 4 aus Deutschland, je einer aus Galizien und Ungarn. I. G. ist ein Schreiber und gegenwärtig in Leipzig angestellt, S. R. ein Hutmacher in Breslau, wo auch I. P., ein Fabrikant, lebt. I). und €. S. sind Schwestern, die sich angetrieben fühlten, der Religionsgemeinschaft beizutreten, welcher ihre Männer angehären, und in der ihre Rinder aufgewachsen sind. E. A. trat nicht lange nach der Taufe mit einem evangelischen Manne in die Ehe. Sie hatte das Christentum zuerst in einer katholischen Rlosterschule, dann in einer Erziehungsanstalt der Brüdergemeinde kennen gelernt. Während die beiden Schwestern in 2 schlesischen Provinzialstädten leben, hat die dritte unter diesen Israelitinnen in einer Stadt der Provinz Sachsen eine neue Heimat gefunden. Auch mit einem jüdischen Manne, der in seinem Wohnort, einer kleinen Stadt Schlesiens, bei Gelegenheit eines Gustav-Adolfsfestes tiefere Eindrücke von der Herrlichkeit des christlichen Glaubens empfangen hatte und schließlich von dein ersten evangelischen Geistlichen daselbst getauft wurde, stand der Berichterstatter in Verbindung. — Mannigfache Gelegenheit zum Verkehr mit Israeliten bot sich namentlich auf beit Missionsreisen, die von Breslau aus unternommen wurden, von den im Lauf des Jahres besuchten 58 Plätzen liegen 34 in Deutschland, 4 in (Österreich (Böhmen). An den meisten wohnen Juden. Die Gesamtzahl der letzteren beträgt 28^00. In *5 Städten oder Dörfern wurden 22 Predigten oder Ansprachen gehalten. — Die Schriftenverbreitung war bedeutender als in früheren Jahren. Die meisten der an Israeliten und Christen abgesetzten 2t 295 Drucksachen (darunter \63 Bibeln und Bibelteile) wurden unentgeltlich abgegeben. Der Erlös für verkaufte Schriften belief sich auf Mk. 637,38. Diese Summe schließt die von Lesern der „Dibre Emeth" eiugesandten Mk. 43^,50 ein. Unter beu 278 Israeliten, die unser Misstonsblatt erhielten, verweigerten 26 die Annahme. Einige Rabbiner baren um dasselbe. Seit dem Anfang des gegenwärtigen Jahres ist die Auflage auf \500 Exemplare erhöht worden. — Der i. I. j885 gegründete „Schlesische Verein von Freunden Israels", welcher die Unterstützung der Arbeit der Londoner Iudenmission in Schlesien, insonderheit die Erhaltung des von ihr in Breslau eingerichteten Missionsgottesdienstes bezweckt, brachte im letzten Jahre Mk. 536,73 auf. Dank der von dieser wie von andern Seiten geleisteten Beihilfe konnten nicht nur die Miete für den Brüoersaal und die mit unfern Gottesdiensten sonst noch zusammenhängenden Rosten, sondern auch die Pension für einen proselytenknaben, der in einer schlesischen Rettungsanstalt erzogen wird, und andere notwendige Ausgaben (für bedürftige Missionszöglinge., für neue Traktate n. s. w.) bestritten werden. Mögen die lieben Freunde uns treu bleiben und auch in Zukunft mit Handreichung und Fürbitte helfen, daß Israel wieder seinem Rönige zngeführt werde! Ans Krieferr non Mifstonsfoennden. \) Möchte der HErr doch immer mehr Derzeit erwecken, die an diesein schweren Werke (der Iudenmission) mithelfen und mitbeten! Ich meine, kein gläubiger Christ, der auf die herrliche Erscheinung des Reiches Gottes wartet, sollte der Indenmissionsarbeit gleichgiltig gegenübersteheu, schon in anbetracht der Worte Pauli Röm. u, J2-!”>• — 3* in w. (Böhmen.) 2) Mein besonderer Wunsch ist, daß der HErr die Getauften aus dem Hause Israel mit Seinem heiligen Geist anfassen möge, daß derselbe sie zu wahren, gläubigen Rindern Gottes mache. — G. w. in L. (Schlesien.) Herausgeber: Pastor w. Becker, Breslau, Brüderstraße 3t', I. — Preis des Jahrgangs (\2 Hummern): 60 Pfennig. Roinnnssionsverlag und Druck von Lurl Dülfer, Breslau, j^alinsnaße 3.