Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 2 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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\ö den Juden als heilige verehrt. Lines Tages wurde ick von einem Lhasan, einem Vorbeter, eingeladen, das Grab des Rabbi David Levi, des „heiligen" zu besuchen. Sein Grab befindet sich außerhalb dev Stadt. Dieser Rabbiner reiste vor fünf Monaten nach Fez, stürzte aber auf dem Wege von seinem Maulesel herab und starb an den erhaltenen Verletzungen. Die Juden begruben ihn aus dem angeführten Grunde außerhalb der Stadt. Ich nahm die Einladung an und brach mit noch fünf anderen Juden auf. An dem Grabe angelangt, zogen der Thasan und die übrigen Juden ihre Schuhe aus, knieten nieder, küßten die Steine und begannen zu lesen. Ich fragte dem Thasan, warum sie die Steine anbeteten. Lr antwortete: „Dieser Rabbiner war heilig und hatte Verdienste, darum beten wir zu ihm, daß er fürbittend für uns eintrete, damit Gott uns aus der Bedrückung, errette." Ich erwiderte: „Da ist keiner, der Gutes thue, denn wir haben alle gesündigt und ermangeln des Ruhmes vor Gott. Wenn das der Fall ist, so war dieser Rabbiner ebenso sündig wie Ihr und ich. Umsonst setzt Ihr Luer Vertrauen auf einen sündlichen Menschen, denn e^ stehet geschrieben: Gesegnet ist der Mann, der sein Vertrauen auf den HLrrn setzet, aber verflucht ist der, der auf Menschen vertraut. Ihr setzet Luer Vertrauen in einen sündlichen Menschen: wir Christen setzen unser Vertrauen auf Jesum, den Messias, unfern König und Propheten." hierauf gab ich eine kurze Beschreibung der Kriege der Israeliten, wie sie im Buch der Richter erzählt sind, und zeigte, wie die Israeliten, die in vielen Beziehungen sehr schwach waren, ihre Feinde besiegten, die ihr Vertrauen auf die Menge ihrer Pferde und Wagen setzten, weil Israel auf Gott vertraute. Nachdem ich geendek hatte, küßte einer der Juden mir die Hand und sagte: „Alles, was Sie sagten, war recht und vernünftig, und ich will nie mein Vertrauen auf die Rabbiner setzen, sondern Gott bitten, daß er mir helfe." (Fortsetzung folgt.) Allerlei UlisstFnsrmchrichtett. Der akademische Missionsverein in Tübingen zählte im letzten Sommer 6H Mitglieder, darunter 58 aus Württemberg. Die theologische Fakultät war mit 59, die medizinische mit 2, die philologische, regiminalistische und juristische Fakultätmit je einem Studenten vertreten. An einer der 8 ordentlichen Versammlungen des Semesters nahmen über wo Personen teil. Die fünfte war der Iudenmission gewidmet. Missionar Gottheil aus Stuttgart sprach über ihren gegenwärtigen Stand. Von den für Missionszwecke aufgebrachten Geldern floß auch ihr ein Beitrag zu. — Der rheinisch-westfälische Verein für Israel hat im Jahr *888einen zweiten theologischen Agenten angestellt. Derselbe, Pastor Dr. Uhlig, ist ein Sohn der evangelischen Kirche des Königreichs Sachsen und stand sieben Jahre in ihren Diensten. In welchem Sinne er sein neues Amt führt, zeigen die folgenden Worte: „Wir wollen dem schon so lange ohne den HLrrn und darum ohne wahrem Frieden wandernden Israel liebreich nahen, auf die Gefühle und Bedürfnisse seines Herzens teilnehmend eingehen, es freundlich trösten, vor ihm anfangen von Mose- und allen Propheten und ihm auslegen alle Schriften, die vom HLrrn gesagt sind, ob nicht doch vielleicht auch dieses Pilgers Herz brennen und sein Auge, so lange^ gehalten, sich öffnen und den HErrn erkennen und seine Füße umkehren möchten^ um mit uns Zeugen der Auferstehung Christi zu werden." Am 7. August feierte