Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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♦ Mn Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ur. 1. — 45. Jahrgang. 1889. Inhalt: Philippus und Nathanael. — Line gudenniissionarm. — An frischen Gräbern. — Was haben wir an der Bibel, namentlich denk Neuen Testament? — Zur Statistik. — Aleine jüdische Chronik. — Bücherbericht. — Gottesdienste. Philippus und Uathanael. Zu den erstell Nachfolgern Jesu gehörte Philippus aus Bethsaida. Die kurze Geschichte von seiner Berufung, (Joh. ^3 f.) läßt erkennet:, daß er sich ohne Widerstreben und ohne Zaudern vor der Geistesgröße des Nazareners beugte, als diese ihm in der Jordanaue entgegentrat. Fortan war es seine Aufgabe, aber offenbar auch seine Freude, andere zu dem Manne zu führen, in welchem er den Messias gefunden hatte. Nathanael, wie er selber ein Galiläer (Joh. 2\, 2), eröffnete die Reihe derer, an welchen der Apostel einen solchen Wegweiserdienst verrichtet: durfte (Aap. ^5 ff.). „Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben: Jesum, Josefs Sohn, von Nazareth." So lautete seine Missionspredigt. Der Zuhörer äußerte -eit: nicht ganz unberechtigtes Bedenkei:: „was ka::n aus Nazareth Gutes kommen?" Da gab ihm der Prediger den besten Rat, der in solchem Fall erteilt werden kann: „Komm und siehe es!" Und wirklich entschloß sich Nathanael, ein Israelit ohne Falsch, Jesum selbst aufzusuchen. Damit brach auch für sthn die Entscheidungsstunde an. Die Beweise, die er alsbald von der außerordentlichen Geisteskraft des HLrrn empfing, überwanden ihn und legten das Bekenntnis auf seine Lippen: „Rabbi, Du bist Gottes Sohn! Du bist der Rönig von Israel!" Die Sonne der Gerechtigkeit (Mal. 2) verscheuchte alle Nebel aus der Seele Nathanaels. In ihrem Lichte überzeugte er sich davon, daß dieser Nazarener, der für einen Sohn des Zimmermannes Josef gehalten wurde, der verheißene Jungfrauensohn (Jes. 7, war, der einer andern Verheißung (Micha 5, 0 gemäß in Bethlehem das Licht der Welt erblickt hatte. Die Geschichte von der Begegnung des Philippus mit Nathanael ist für die Arbeit in der Mission, auch für die Mission unter Israel, höchst lehrreich. Sie zeigt, woraus diese Thätigkeit fließen muß. Die Gemeinschaft mit Jesu weckt den Missionstrieb. Wer von dem letztere:: noch nichts weiß, der prüfe sich ernstlich, ob er dem Heiland wirklich ungehört, ob er den Messias wirklich gefunden hat. Unsere Geschichte zeigt weiter, worin die Missionsarbeit zu bestehen hat. Es gilt, ohne viel Disputieren ein Zeugnis von dem ^eile abzulegen, welches uns zu teil geworden ist, vor allem aber die Fernstehenden einzuladen, daß'sie selber an der Quelle schöpfen, selber die Probe machen, ob ihnen nicht